Mittwoch, 24. Januar 2018

Wäller Tour 7: Augst

14. Januar 2018: Kommunikatives Laufen - heute mit Worten!

Das neue Jahr begrüßen wir gleich mit einer Wäller Tour. Heute hat es uns wieder einmal in die Gegend um Montabaur verschlagen. Um genau zu sein nach Neuhäusel. Das liegt im Westerwaldkreis (Rheinland-Pfalz) zwischen Montabaur und Koblenz. Der Rundweg ist als ausgewiesener Wanderweg sehr gut beschildert. Sofern man clever parkt, hat die Strecke eine Länge von 14 Kilometern. "Clever" heißt, den richtigen Wanderparkplatz wählt. Ich hab diesen verpennt und so mussten wir zunächst Neuhäusel durchqueren, um auf den Track zu gelangen. Diesen doch etwas unatraktiven Teil der Strecke kann man sich getrost schenken. Lange Rede....unser Track hat somit eine Länge von 16,2 Kilomtern mit etwa 435 Höhenmetern.


Aber das ist auch alles gar nicht schlimm, denn bekanntlich ist der Weg das Ziel und heute stand für uns - wie der Unteitel bereits erahnen lässt - das Kommunuikative Laufen im Vordergrund. Nun ja, wenn ich mit Oli und/oder Nanuk allein unterwegs bin sprechen wir zwar nicht unbedingt viele Worte aber kommunikativ sind wir allemal.

Mit Oli (und Nanuk sowieso) verstehe ich mich auch ohne große Worte. Das liegt nun nicht daran, das wir uns mit den Jahren nichts mehr zu sagen hätten, nein es zeugt eher vom jeweils großartigen Verständnis für den anderen. JA, ich möchte es an dieser Stelle einmal ganz deutlich sagen: aus Oli und mir sind im Laufe der Jahre aus Trainingspartnern sehr gute Freunde geworden.

Verlaufen ist nicht möglich, ich laufe immer dem Hund hinterher

Wir sind allerdings auch keine eingeschworene zwei-Mann-ein-Hund-Truppe die in geschlossener Formation durch die Landschaft tigert. Wir freuen uns immer sehr, wenn wir auf andere nette Menschen treffen mit denen wir eine schöne gemeinsame Zeit verbringen dürfen. So auch auf der heutigen Augster Runde. Thomas und Conny heißen die beiden die uns begleiten. Normalerweise ist dieser Blog grundsätzlich eher werbefrei, also ohne Banner und den ganzen Kram der vom eigentlichen Thema ablenkt aber bei Thomas möche ich eine Ausnahme machen. Thomas und Conny haben vor kurzem einen kleinen aber sehr feinen Laufshop in Weilburg-Kubach eröffnet. Das Ganze nennt sich Laufstall Weilburg und so viel kann ich verraten, hier ist der Name auch tatsächlich mal Programm. Die beiden bewohnen einen alten Fachwerkbauernhof im Ortskern und haben den Laden in einem ehemaligen Kuhstall untergebracht. Laufstall eben...

Das Ladenkonzept besticht durch seine extrem angenehme und nette Atmosphäre. Thomas zielt darauf ab, wenige aber dafür sehr gut ausgewählte Marken und Produkte anzubieten. Was mir an ihm allerdings am besten gefällt, ist seine Authentizität. Denn Marken allein machen noch keinen guten Laden. Klamotten kann ich auch online kaufen. ABER das, was einen Typen für mich persönlich zum guten "local dealer" qualifiziert, ist seine Erfahrung mit genau den Dingen die er anbietet und das er "lebt" wovon er erzählt. Ebenfalls sehr sympatisch finde ich die Tatsache, dass das Thema Nachhaltigkeit bei der Produkt bzw. Anbieterauswahl eine Rolle spielt. 

Wir hatten auf unserer Runde reichlich Zeit, uns auszutauschen und etwas über die Motivation des anderen zum Laufen und zur "Arbeit" zu erfahren. Insbesondere unsere Parallelen zur Anwendung der natürlichen und anatomisch verträglicheren Vorfuß-Lauftechnik haben mich begeistert. Und weil das alles so super nett war, trinken wir nachher noch ein paar Tassen Kaffee und werden uns über den von Carmen mit Liebe gebackenen Kuchen hermachen. 
             
Statt neuer Bestzeiten zählen bei uns die Kommunikation und der Kontakt. 

Kinder wo ist die Zeit geblieben? Ich schreibe und schreibe und habe noch keine Zeile zur kurzweiligen Wäller Tour Augst getippt. Die Beschreibung von Neuhäusel werde ich euch ersparen und beginne direkt auf dem Track. Die Strecke ist sehr abwechslungsreich und äußerst geschickt durch die Natur zwischen den Ortschaften Kadenbach, Arzbach und Eitelborn geplant. Ihr wisst, dass ich ein großer Anhänger non-urbaner Streckenführngen bin. Ich durchquere im Winter lieber einen Bach oder erklimme steile Böschungen im Buschmann-Style, als irgendwo in der City zu laufen. Von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen. 

Nanuk hat ihn gesehen, den Bach....

Kein Bach ohne Nanuk!
    
Die großen Highlights der Runde sind wieder einmal zwei besondere historische Perlen. Zum einen der Limes und zum anderen die Burgruine der Sporkenburg bei Eitelborn. Vom Limes sieht man leider nicht allzuviel aber man kann den Nachbau eines Turmes auf einem Hügel aus der Ferne sehr gut erkennen. Die Limes-Tour die ich mit Oli und Nanuk im Dezember 2016 gelaufen bin führt ganz in der Nähe vorbei. An einer Stelle kreuzen wir den Weg sogar.

Auf dem linken Hügel, der kleine Knubbel, das ist der Nachbau eines Limesturms.

Vorteil Wanderweg, es gibt richtig gute Infotafeln.

Schlossgeist

Wenn man sich den Rest denkt...Junge, Junge...

Zur Veranschaulichung...Oli misst 4,80 Meter.




Nicht nur vorbei sondern mittendrin erlebt man die spätmittelalterliche Ruine der Sporkenburg. Die Gemäuer aus der Zeit um 1300 sind sehr beeindruckend. Ich habe in solchen Ruinen immer das Gefühl, die Mauern wollen mir erzählen was sie in ihrer langen Geschichte alles sehen durften und leider zum Teil wahrscheinlich auch mitansehen mussten.

Idee: ein Aufruf an alle App Entwickler. Ich hätte gern eine Zeitreise-App!

Auch wenn wir nicht dabei sind, hier der Track zum Nachlaufen, -wandern oder -walken: