Dienstag, 28. November 2017

Traumpfad No.1: - SaynSteig

8. Oktober 2017: Herbstzauber im Brexbachtal

Der Herbst ist da und mit der neuen Saison von Team Nanuk auch die Zeit für weitere kleine Laufabenteuer. Nachdem wir nun fast alle Wäller Touren erkundet und darüber berichtet haben, laufen wir voller Tatendrang neuen Zielen entgegen. Von den sogenannten Traumpfade am Rhein, der Mosel und in der Eifel habe ich bereits Vielversprechendes gelesen.


Rund 30 dieser traumhaften Pfade beschreiben die Autoren auf der Homepage. Die Streckenlängen der Traumpfade sind mit 6,6 Kilometern beim Vulkanpfad bis 18,6 Kilometern beim Bergschluchtenpfad Ehrenburg angegeben und betragen im Mittel 12,2 Kilometer. Bei den Entfernungen werden wir sicherlich immer 2 oder 3 Pfade miteinander kombinieren damit sich die deutlich weitere Anfahrt lohnt und wir unseren gewohnten Trainingsdistanzen gerecht werden.

Apropos Training, wofür trainieren wir überhaupt? Oft angekündigt aber leider immer wieder verschoben, werde ich mich gleich im Januar 2018 zur Harzquerung anmelden. Das Ding rangiert schon lange ganz oben auf meiner endlosen "wo will ich überall noch laufen" Liste. Der Harz hat es uns ohnehin angetan. Wir haben dort bereits vor einigen Jahren einen phantastischen Urlaub mit den Kindern verbracht und wollen seitdem immer noch mal hin.


Der SaynSteig ist ein rund 16 Kilometer langer Premium Rundwanderweg nordöstlich der Stadt Bendorf am Rhein am Rande des Neuwieder Beckens gelegen. Die Strecke hat etliche historische Sehenswürdigkeiten zu bieten. Namen gebend sind die Grafen von Sayn die zu Beginn des 12. Jahrhunderts erstmalig urkundlich erwähnt wurden. Das Sayntal mit seinem kurvenreichen Verlauf von Isenburg nach Sayn dürfte unter den "Mopedfahrern" bestens bekannt sein.



Wir parken auf dem leider kostenpflichtigen Wanderparkplatz (dafür gibt es Abzüge in der B-Note) an der Abtei Sayn. Auch der Kletterwald Sayn ist von hier aus direkt erreichbar.


Wir überqueren sofort nach dem Start den Brexbach und nehmen die ersten Höhenmeter im lockeren Laufschritt. Nach nicht einmal 500 Metern präsentiert sich uns der erste exponierte Felsen und gibt einem phantastischen Blick auf die gegenüberliegende Burg Sayn frei. Zack...Foto und weiter geht´s. Nanuk ist noch euphorisch, jede Sekunde Wartezeit untermalt er mit einem Atem raubenden Heulkonzert.


Die Burg Sayn

Etwa 1,5 Kilometer weiter kreuzen und gelangen wir auf den Rheinhöhenweg. Bei Kilometer 3,6 erreichen wir das UNESCO Welterbe Limes mit einem rekonstruiertem Römerturm. Die Anlage an sich ist eine Reise wert aber der Fernblick über das Neuwieder Becken bis weit hinein in die Eifel, ein Traum. Ab hier geht es nahezu im "freien Fall" rund 100 Höhenmeter bergab ins Brexbachtal dessen Verlauf wir gut 3 Kilometer weit folgen. Leider ist dieser wunderbare Singletrail Abschnitt heute extrem nass und matschig.... bei Trockenwetterlage garantiert ein Highlight.

Wäller Jung vorm Römer Turm 

Die Wallanlage mit gewaltigen Holzpfälen. Mit Oli im Bild werden die Abmessungen deutlich. 

Ich mag diese Schautafeln sehr. Kompaktes Wissen für unterwegs. 

Der Blick vom Limes bzw. Römerturm aus über das Neuwieder Becken in Richtung Eifel

Auf 120.000 m² Auwiesen des mäandrierenden Brexbaches hat sich das Pfadfinderlager Brexbachtal angesiedelt. Diese herrliche Landschaft ist wie geschaffen, um jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, den einmaligen Zauber der Natur zu erleben. Leider haben wir in Deutschland die Situation, dass man beim Ausleben seines Bushcraft-Hobbies sehr, sehr schnell an die Grenzen von Recht und Gesetz gelangt und man sich quasi immer in einer rechtlichen Grauzone befindet. Sehr schade aber scheinbar so gewollt. Man darf sich dann natürlich auch nicht wundern, wenn Kinder und Jugendliche heute kaum noch eine Birke von einer Fichte unterscheiden können. Gut lassen wir da.... anderes Thema.


Wildromantisches Brexbachtal

Nanuk liebt die einsamen Singletrails

Eine von zahlreichen Brücken der Brexbachtalbahn

Die Natur ist der beste Spielplatz für Kinder und Jugendliche

Mein Schlammojede

Nach 9,8 gelaufenen Kilometern erreichen wir am Ortsrand des Bendorfer Stadtteils Stromberg den mit 327 müNN höchsten Punkt der heutigen Tour. Wir schlendern laufend und genießen dabei die Stille die uns umgibt. Ab und an bleiben wir stehen um das eine oder andere, aus dem Augenwinkel heraus erspähte "Besondere" für immer in unser digitales Gedächtnis einzuspeisen. So auch diese zauberhaften kleinen Pilze bei den man den Eindruck hat, dass jeden Moment ein kleiner Schlumpf aus seinem Versteck heraustritt, um uns neugierig zu beäugen.



Kilometer 13,6 lockt bereits mit der Oskarhöhe die den Blick aus dem Wald auf das romantische Alt-Sayn und die Abteikirche freigibt. Im Landeanflug stellt sich uns die 1.000 Jahre alte Burg Sayn mit ihren gewaltigen Mauern in den Weg. Ehrfürchtig bestaunen wir das imposante Gemäuer und fügen sie unserem digitalen Gedächtnis hinzu. Wo eine Burg ist, kann das Schloss nicht weit sein....alte Trapper Weisheit. Na wer sagt´s denn? Da ist es, das Schloss Sayn aus dem 14. Jahrhundert. Nicht unerwähnt lassen möchte ich den Garten der Schmetterlinge sowie den Schlosspark.


Blick von der Oskarhöhe auf die Abtei Sayn und Alt-Sayn 

Burg Sayn

Burg Sayn

Blick auf Bendorf
Burgwächter Oli

Die Abtei Sayn

Der letzte halbe Kilometer zum Ziel führt uns durch die Brexstraße, die eigentlich Brexsträßchen heißen müsste. Nach 3 eindrucksvollen Stunden Landschafts- und Erlebnislauf lassen wir unser heutiges Abenteuer ausklingen. Bevor ich meinen wuscheligen "Schlammojeden" wieder ins Auto lasse, gönne ich Nanuk noch ein reinigendes Bad im Brexbach.


Unser GPX-Track für eure Tour: