Donnerstag, 27. April 2017

Mein Antrag auf Opferentschädigung nach OEG- Update #2

27. April 2017: Post vom Sozialgericht - ich lasse kein Gras über die Sache wachsen!

Vergangenen Freitag erhielt ich ein Schreiben von einem deutschen Sozialgericht. "Aha" denke ich so bei mir ... "endlich geht´s mal weiter mit meinem Verfahren", denn das war das erste Schreiben nach Monaten.

Allerdings war dies nur die Kopie eines Schreiben zur Kenntnisnahme meinerseits. Es ging darum, dass das Gericht die, von mir in meinem Antrag nach OEG als Täter bezeichnete Person mehrfach vergeblich aufgefordert hat, eine Stellungnahme zu den Vorwürfen abzugeben. Im ersten Moment denke ich ...."mhhh wird ja sicher kein Interesse an einem zügigen Verfahren haben". Dann schaue ich auf die Anschrift der Person und stelle fest, dass der Name gar nicht mit dem, von mir angegebenen Namen der Person übereinstimmt. Deutsche Gründlichkeit? Mir fehlen die Worte.


Nach drei Tagen erreiche ich dann endlich die Sachbearbeiterin des Gerichts und teile ihr den Sachverhalt mit. Antwort: "Wahrscheinlich kam die Post aus diesem Grund als unuzustellbar zurück". Ja, wen wundert´s denn? Mit einem Blick in meinen Antrag hätte man das Verfahren sicherlich um viele Wochen verkürzen können.

Worauf kommt es mir bei dem Verfahren an?


Auch wenn diese Verfahren echt Nerven kosten und man einen sehr langen Atem und Geduld haben muss, kann ich dennoch jedem Betroffenen empfehlen, einen Antrag auf Entschädigung nach dem Opferentschädigungsgesetz OEG zu stellen. Der Link führt euch zum Antrag.

Bei der ganzen Aktion geht es mir persönlich nicht um das Geld. Mir sind zwei Aspekte sehr wichtig:

1. Das Verfahren nach dem Gesetz in Anspruch zu nehmen. Tun wir Betroffenen dies nicht, liegt der Verdacht nahe, dass ein solches Gesetz wohlmöglich gar nicht notwendig ist.

2. Die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen den mutmaßlichen Täter auf Grund meiner Strafanzeige Anfang der 1990er Jahre wurde damals von der Staatsanwaltschaft mit der Begründung der Verjährung abgelehnt. Das OEG bietet aber nun die Möglichkeit den mutmaßlichen Täter trotz Verjährung mit den von mir erhobenen Vorwürfen in einem öffentlichen Verfahren zu konfrontieren. Das OEG bietet die Chance mutmaßliche Täter auch Jahrzehnte nach der Tat/den Taten wissen zu lassen: "Du und deine Taten bleibst nicht unerkannt und im Verborgenen. Ich lasse kein Gras über die Sache wachsen, ich lasse dir keine Ruhe. Es kommt der Tag an dem du dich für deine Taten verantworten must!"

In diesem Sinne, ich habe viel Zeit und die Geduld.