Dienstag, 25. April 2017

Ich glaub ich steh´ im Wald - Kompaktwissen Streckenplanung: GPS-Uhren, Routen, Tracks, Apps und Lauftagebücher

25. April 2017: Die schönsten Strecken für Läufer und Wanderer - wo man sie findet, wie man sie nutzt und was man dazu benötigt.

Zu diesem Thema findet man im Web unzählige Informationen und Angebote. Während die GPS gestützte Navigation für Outdoor Begeisterte vor ein paar Jahren noch ein kostspieliges und kompliziertes Unterfangen war, ist es heute nahezu kinderleicht sich auf eigens erstellten Routen durch die Landschaft zu bewegen.


In diesem Artikel gehe ich auf folgende Punkt sehr ausführlich ein:
  1. Welche Anforderungen stelle ich an meine "Strecken- und Aktivitätenverwaltung"?
  2. Mein Garmin Trauma und warum ich heute Suunto nutze.
  3. Welches Lauftagebuch nutze ich heute?
  4. Woher beziehe ich die GPS-Tracks meiner Touren?
  5. Mit welchem Tool erstelle ich eigene GPS Routen und Touren?
  6. Woher bekommt man kostenfreie Topografische Karten für die GPS Navigation?
  7. Unterschied zwischen Track, Route und automatischem Routing.
  8. Vorteile der Navigation mit einer GPS-Laufuhr
  9. Vorteile der Navigation mit einem GPS-(Hand)Navigationsgerät
  10. GPS Navigation mittels Smartphone und Apps


Für die Planung und Durchführung meiner Läufe und Wanderungen nutze ich die Möglichkeiten der GPS gestützten Navigation bereits seit vielen Jahren. Diverse Anbieter, Laufuhren, Karten, Plattfomen, Foren und seitdem ich ein Smartphone besitze auch Apps, habe ich in dieser Zeit verschlissen. Dabei konnte ich sehr viel ausprobieren und Fluch und Segen lagen da sehr oft ganz eng nebeneinander. So mancher Anbieter mit seiner optisch ausgesprochen ansprechenden und durchgestylten Plattform hat sich da als extremer Flopp erwiesen und im Gegensatz dazu, der dezent daherkommende unscheinbarer Underdog als wahre Perle.

Heute nutze ich eine handvoll ausgewählter Anbieter deren Angebote mich auf Grund der hohen Benutzerfreundlichkeit und System-Verlässlichkeit über die Jahre hinweg immer wieder überzeugt haben. Denn was nutzt dir am Ende ein stylisches Tool, wenn du irgendwo mitten in der Pampa stehst und merkst, dass die erstellte Route für die Füße ist.

Mit diesem Beitrag möchte ich dir die Quintessenz der gesammelten Erfahrungen und das "System" welches ich heute verwende vorstellen. Unter "System" verstehe ich in diesem Zusammenhang die Kombination von Routenplanern, Kartenmaterial, Laufuhr, Lauftagebuch und Apps. Ich möchte betonen, dass meine Ausfühungen keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben und sie meine subjektive Meinung widergeben. Des Weiteren sollte beachtet werden, dass ich mein System auf die Planung von Touren in heimischen Gefilden abgestimmt habe. Wer sich als Globetrotter auf den Weg machen will wird insbesondere mit der Technik sicherlich schnell an Grenzen stoßen.    

Weiterhin sei angemerkt, dass Hersteller oft der Versuchung unterliegen, die Eier-legende-Wollmilch-Sau zu kreiren. Will heißen, das Lauftagebuch zur GPS-Uhr mit integrietem Routenplaner und passender Smartphone App. Mag sein, dass es ein zufriedenstellendes Produkt gibt welches alle Anforderungen auf einmal abdeckt, ich habe es leider noch nicht gefunden.
  

1. Welche Anforderungen stelle ich an meine "Strecken- und Aktivitätenverwaltung"?
  • Webbasierte Tools und Karten, keine Installation von Karten auf einem lokalen PC etc.
  • Open Source Produkte die kostenfrei oder auf Basis einer freiwilligen Spende nutzbar sind.
  • Detailreiches Kartenmaterial (Sehenswürdigkeiten, Quellen etc.) mit Höhenlinien.      
  • Hohe Benutzerfreundlichkeit (usability) bei der Erstellung von Tracks, der Konvertierung der Routen und Tracks in eine anderes Dateiformat und vor allem bei der Übertragung auf die Endgeräte wie GPS-Laufuhr, GPS-Navigationsgerät oder Smartphone.
  • Hohe Genauigkeit des jeweiligen GPS-Empfängers. Je nach Hersteller weichen die gesammelten Daten der Endgeräte zur Distanz und den positiven Höhenmetern mitunter erheblich voneinader ab.
  • Gleichermaßen leistungsstarker und kompakter (kleiner) GPS-Empfänger im Endgerät der bei Regen, Schnee, Nebel und dichten Wolken sowie in dichten Wäldern und engen Tälern das GPS Signal dennoch zuverlässige empfängt. 
  • Lange Akkulaufzeit bei den Endgeräten.
  • Gute Haptik und ebenfalls einfache und intuitive Bedienung der Endgeräte.

2. Mein Garmin Trauma:
In den Anfangsjahren habe ich meine Aktivitäten ganz einfach mit einem Stift von Hand auf einem Schreibblock festgehalten und bin aufs geratewohl losgeaufen. Die Steigerung war dann die Erfasung der Aktivitäten in "selbst geschusterten" Excel Sheets. Mit der Anschaffung der ersten Garmin GPS-Laufuhr, der Garmin ForeRunner 205 wechselte ich zur damaligen Anbietersoftware "Garmin Traingscenter". Großer Vorteil von Garmin ist der nahezu unschlagbar günstige Preis der Geräte. Der aus meiner Sicht und persönlichen Erfahrung größte Nachteil sind die Softwarelösungen für die Übertragung der Touren und Tracks. Ich hatte stets den Eindruck, dass man als Kunde bei Garmin als Beta-Versions-Tester gefordert ist. Vielleicht lag es auch an mir aber ich bilde mir ein, dass ich als User doch recht versiert unterwegs bin. Nachdem die FR205 einem "Wasserschaden" erlegen ist, legte ich mir die FR305 zu. Leider trenten sich unsere Wege auf Grund eines Gerätedefekts während der Garantiezeit nach kurzer Zeit wieder. Ich erhielt gegen Zuzahlung - oh wie kulant - Ersatz in Form der ForeRunner 310XT. Mit der Uhr als solches war ich sehr zufrieden. Einzigstes Manko war der immer noch sehr globige GPS-Empfänger und die Tatsache, dass die Abweichung der gelaufenen Strecken auf 50 Kilometern mehr als 3 Kilometer betrug. Die Uhr zeigte also stets einen geringere Distanz an als Uhren anderer Hersteller oder wie vom Veranstalter angegeben.

Besonder gruselig wurde es jedoch mit der Einführung der Software Garmin Express zur Übertragung der Aktivitäten in das webbasierte Trainingstagebuch Garmin Connect. Die Übertragung eines Tracks oder einer erstellten Route auf die Uhr waren ein einizges Glücksspiel. Mal funktionierte es reibungslos, beim nächsten mal ging gar nichts mehr. Support von Garmin an dieser Stelle absolute Fehlanzeige. Ganz zu Schweigen von Updates, davor fürchtete ich mich mehr als Kinder vor Freddy Krüger.

Eines schönen Abends war es wieder einmal unmöglich, einen Track zu übertragen weil der Garmin Express Server mal wieder nicht "available" war, so die Fehlermeldung. Da platze mir der Kragen und ich legte die Uhr "unsanft zur Seite". Meine Frau sprach später von einem Wutanfall aber egal. Ich hatte Fakten geschaffen, denn die Uhr war Schrott.

              
3. Welches Lauftagebuch nutze ich heute?
Nach der Garmin Tragödie wollte ich den Anbieter komplett wechseln. Man darf diesen Hersteller nicht auch noch für seine hemdsärmligen Softwarelösungen belohnen... dachte ich und begann die unübersichtliche Fülle an Angeboten an GPS-Laufuhren zu vergleichen. Da meine Touren mit der Zeit immer umfangreicher geworden sind richtete sich mein Hauptaugenmerk auf die Akkulaufzeit der Uhr. Der Finische Hersteller Suunto stach dabei besonder heraus. Suunto war mir aus meiner Zeit als Sporttaucher als zuverlässiger Anbieter von Tauchequipment noch bestens bekannt. Schlussendlich entschied ich mich für die "Suunto Ambit 3 Peak Black" allerdings ohne Herzfrequenzsensor.

Nach 1,5 Jahren auf Herz und Nieren testen bin ich von Suunto nachhaltig beeidnruckt und immer noch hellauf begeistert von der Uhr. An dieser Stelle möchte ich jetzt kein Produkt Review einfügen, das würde den Rahmen sprengen. Das werde ich ggf. nachholen. Wichtig ist auch erstmal nur, dass die Uhr sehr genau und zuverlässig arbeitet. Die Akkulaufzeit ist tatsächliche extrem lang. Sie beträgt im reinen Uhrmodus bis zu 30 Tagen und je nach eingestellter GPS-Genauigkeit und Abfragerate bis zu 200 Stunden. Das reicht auch bei sehr langen Läufen und Wanderungen absolut aus.

Am besten gefällt mir jedoch, dass die Übertragunssoftware einwandfrei funktioniert. Im Null-Komma-Nix sind die Tracks übertragen und alles läuft reibungslos. Dann kam der Tag des ersten Updates und mein Puls stieg beim Öffnen der Anwendung auf Rekordwerte. Auf Grund eines Fehlers meinerseits trat tatsächlich ein Problem auf. Oh Gott was jetzt....dachte ich und wählte die Nummer der Suunto Hotline in der Erwartung, dass ich dort a) Stunden in der Warteschleife verbringen würde und b) letztlich mit kurzem, nutzlosem BlaBla abgespeist werden würde. Nichts dergleichen war der Fall. Ich hatte sofort eine Ansprechpartnerin am Telefon die nicht nur meine Uhr in und auswendig kannte, sie half mir sofort weiter und nachdem ich ihre Anweisungen zur Systemwiederherstellung befolgt hatte, funktionierte alles wieder perfekt. Fazit: die haben´s drauf, die alten Finnen!

Selbstverständlich bietet Suunto ebenfalls ein webbasiertes Lauftagebuch mit diversen Funktionen zur Archivierung und Auswertung der geleisteten Aktivitäten und Strecken an. Es nennt sich "Suunto Movescount", ist leider nicht so ganz so umfangreich wie das Garmin Produkt aber dafür funktioniert es tadellos. Zur kostenlosen Nutzung der Lauftagebücher sowie vieler anderer Plattformen ist allerdings die übliche Registrierung mit Nutzername und Kennwort erforderlich.

Alle Aktivitäten im Überblick - aufgeräumte und reduzierte Darstellung.

Die Konfiguration der Displays kann bequem am PC vorgenommen und dann synchronisiert werden.

Detaillierte Ausgabe einzelne Aktivitäten.

In Movescount lege ich aber nicht nur meine geleisteten Aktivitäten wie Laufen, Wandern, Radfahren, Trekking etc. ab. Sämtliche Grundeinstellungen der Uhr sowie die Displayanzeigen werden ebenfalls dort bequem konfiguriert und dann auf die Ambit übertragen. Dies war bei den og. Garmin FRs leider nicht möglich. Die Konfiguration musste man stets direkt auf der Uhr vornehmen und bei einem Reset war wieder alles weg. Ein weiterer Pluspunkt für Suunto.

Die von Suunto angebotene App für Smartphones funktioniert analog dem Rest. Hat man die Uhr nicht dabei, lassen sich die Aktivitäten sehr leicht mit der App aufzeichnen und sobald man wieder online ist - ich habe die Übertragung per WLAN eingestellt - werden diese automatisch mit Movescount synchronisiert. Manuelle Aktivitäten lassen sich ebenfalls schnell und einfach erfassen. Was ich leider nicht hinbekomme, ist die Kopplung der Ambit mit meinem Smartphone Motorola Moto G2 und installierter Android-Version 6.0. Ich bin mir allerdings sicher, dass dies an meinem älteren Samrtphone liegt und nicht an der App. Ist aber auch nicht tragisch, da ich diese Funktion nicht benötige.         


4. Woher beziehe ich die GPS-Tracks meiner Touren?
Hier gibt es zwei grundsätzliche Varianten mit jeweils unzähligen Möglichkeiten. Variante 1 ist die Verwendung existierender Tracks anderer Nutzer. Variante 2 beinhaltet die Erstellung eigener vorgeplanter Routen. Darauf  gehe ich unter Punkt 5 ein. Diesen Abschnitt hier möchte ich mit einer kleinen Linksammlung abschließen. Aufgeführt habe ich die Qullen aus denen ich meine existierender Tracks beziehe. Es sind nur ein paar Anregungen und Beispiele. Das gesamte Angebot im Web ist schier unerschöpflich.

  • Online Communities
  • Tourismusverbände und -vereine der Regionen
  • Tourismusverbände der Länder
  • Websites zu Sammlungen zertifizierter Wanderwege
  • Websites einzelner Wanderwege
  • Internationale Verbände
  • Internationale Fern- und Weitwanderwege
  • ...Google 


5. Mit welchem Tool erstelle ich eigene GPS Routen und Touren?
Zur Erstellung eigener GPS-Routen kann ich drei Tools uneingeschränkt empfehlen. Zum einen "Wandern mit GPS"  welches ich auf Grund seiner Einfachheit und seiner unkomplizierten Anwendung ohne Vorkenntnisse des Users überaus schätze.

Eine meiner Lieblingsseiten für die GPS-Tourenplanung

Am häufigsten nutze ich jedoch GPSies zur Vorbereitung meiner Touren. Einmal registriert kann man seine Strecken einfach und übersichtlich verwalten. Außerdem bietet mir das Tool die Option die Karten nebst Tracks per HTML-Code in meinen Laufberichten einzubauen (bitte Urheberecht beachten!). Das Tool ist grundsätzlich kostenfrei, man kann aber einen kleinen Betrag spenden. Bei dem was mir das Tool bietet, hab ich das auch sehr gern getan. Der Routenplaner ist einfach in der Handhabung und Intuitiv zu bedienen. Ein klein wenig ausprobieren und rucki-zucki kannst du dir die tollesten Routen erstellen.

GPSies bietet weitere sinnvolle Optionen an.

Ein sehr umfangreiches und komplexes aber für lange und aufwendige Touren sehr gut geeignetes Tool ist das Garmin Basecamp. Anders als mit der eingangs erwähnte Übertragungssoftware von Garmin habe ich mit diesem Produkt keine Probleme. Gleiches glt für die Garmin GPS-Handgeräte. Basecamp ist allerdings kein ausschließlich webbasierter Routenplaner sondern muss als Software auf einem lokalen PC installiert werden. Diese stellt der Anbieter Garmin auf seiner Website zum Download und zur kostenfreien Nutzung bereit. Basecamp enthält auch zunächst keinerlei topografische Karten. Diese muss man entweder bei Garmin erwerben oder man nutzt die open source Versionen von z.B. OpenStreetMap (OSM-Karten). Woher du diese bsw. beziehen kannst, zeige ich dir im nächsten Abschnitt. 

Basecamp nutze ich für sehr umfangreiche Touren und spezielle Anforderungen

Hier findest du alles zum Thema OSM Karten.

 
6. Woher bekommt man kostenfreie Topografische Karten für die GPS Navigation?
Nach der Installation von Garmin Basecamp auf meinem PC habe ich mir von der norwegischen Website Frikart die OSM Karte (openstreetmap) Topo Summer von Deutschland heruntergeladen. Dazu klickst du einfach auf der linken Seite den Button "Maps for Garmin GPS" an und wählst dein Zielland aus. Danach wählst du die entsprechende Karte z.B. "Topo Summer" und startest den Download über den mittleren Link "Windows Installer". Das war auch schon alles. Die Verknüpfung der Karte mit Base Camp läuft automatisch ab.
          
Basecamp ist wie gesagt ein sehr leistungsfähiges und umfangreiches Produkt das nicht zwangsläufig selbsterklärend ist und intuitiver Bedienung folgt. Um es sinnvoll und schnell nutzen zu können, findet man zahlreiche tolle Videoanleitungen auf YouTube. Diese kann ich dir zum besseren Verständnis ausdrücklich empfehlen.

Bezugsquelle für Topografische OSM Karten


7. Unterschied zwischen Track, Route und automatischem Routing:
Tracks sind einfach ausgedrückt nichts weiter als Linien auf einer Karte die von einem Punkt zum nächsten gezeichnet werden. Sie entstehen sobald du eine Strecke zurücklegst und die Punkte automatisch mit einem GPS-Gerät aufzeichnest. Am Ende hast du einen Track generiert.

Eine Route erstellt man hingegen im Vorfeld einer Tour durch die Verbindung einzelner Wegpunkte.

Beim automatischen Routing erstellst du eine Verbindung zwischen zwei vorher definierten Punkten z.B. Start- und Zieladresse. Wie beim Navigationsgerät im Auto. Die Route kann dann jedoch nicht einfach als kürzeste Verbindung zwischen A und B querfeldein über die Karte gelegt werden. Eine automatische Route führt ausschließlich entlang kartierter und klassifizierter Wege- und Straßennetze. Um eine solche Route erstellen zu können, benötigt man eine entsprechend routing-fähige Karte.

Die Website "Wege und Punkte" bietet umfangreiches und gut aufbereitetes GPS Wissen in kompakter Form an. Reinschauen lohnt sich.


8. Vorteile der Navigation mit einer GPS-Laufuhr:
Eine GPS-Laufuhr ist in erster Linie eine Sportuhr zur Trainingsunterstützung. Die GPS-Funktionen sollten als Benefit verstanden werden. Damit will ich ausddrücken, dass die Navigation mittels Laufuhr rudimentär und gänzlich ohne Kartenmaterial abläuft. Wir sprechen von der sog. Wurmnavigation. Die importierte Route oder der Track werden als einfache schwarze Linie ohne weitere Informatinen oder Kartendetails auf dem Display dargestellt. Die eigene Position im Gelände wird meist durch eine Pfeilspitze symbolisiert die in die eingeschlagene Richtung weist. Man folgt also nur einer Linie ohne tatsächlich ablesen zu können wo genau man sich derzeit im Gelände befindet. Man muss jedoch nicht pausenlos das Display im Auge behalten, um auf dem Track zu bleiben. I.d.R. verfügen die Uhren über eine Alarmfunktion für den Fall der Streckenabweichung.

Wurmnavigation mit der Garmin Forerunner 310XT (leider unscharf)
 
Wurmnavigation mit der Suunto Ambit 3 Peak Black

Der große Vorteil einer GPS-Laufuhr liegt meiner Ansicht nach in ihrem geringen Gewicht, der angenehmen Handhabung und ihrer Vielseitigkeit. Für kleine Touren in bekanntem Gelände oder nur zum Aufzeichnen eines Tracks oder als Backup auf einem beschilderten Wanderweg etc. ist die GPS-Laufuhr der ideale Begleiter.

In unbekanntem Terrain und vor allem bei frei geplanten Routen empfiehlt sich die Kombination aus GPS-Laufuhr und GPS-(Hand)Navigationsgerät oder Smartphone und entsprechender App. Letztere Variante verwende auch ich. Damit ist sichergestellt, dass man im Fall der Fälle (kommt häufig vor) auf Kartenmaterial zu Orientierung zurückgreifen kann. Mir ist es schon oft passiert, dass ich eine Route durch ein neues Laufrevier erstellt habe und die auf den verwendeten Karten eingezeichneten Wege und Pfade entweder gar nicht vorhanden waren oder sich z.B. als uralte und zugewachsene Rückeschneise entpuppten. Wenn man dann vor Ort im Dickicht steht und lediglich schlappe 10 Meter Sicht hat, ist man gut beraten auf einer Topografischen Karte mit Höhenlinien nach einer Alternative Ausschau zu halten. Andernfalls irrt man ggf. längere Zeit nach dem Prinzip Trial and Error im Wald umher.       


9. Vorteile der Navigation mit einem GPS-(Hand)Navigationsgerät:

Ein paar mal habe ich auf meinen Läufen ein geliehenes Garmin GPS-Navigationsgerät zum Testen mitgenommen. Als Ersatz für die GPS-Laufuhr und Wurmnavigation war dieses aus meiner Sicht ungeeignet. Bei einer so dynamischen Sportart wie dem Laufen musst du das Gerät entweder immer in der Hand festehalten oder es fest verstauen. Lose in der Jackentasche oder per Karabiner irgendwo festgemacht fliegt das Gerät auf Grund des deutlcih höheren Gewichts arg hin und her.

Gebrauchte Geräte und ältere Modellversionen kann man sehr preiswert über die üblichen Anbieter und Plattformen beziehen. 

Unschlagbar sind die robusten GPS-Navigationsgeräte auf Wanderungen und bei Trekkingtouren. Das ausgezeichnete Kartenmaterial ist auf gut ablesbaren Displays ein wahrer Segen. Außerdem sind die Karten auf der Speicherkarte des Gerätes installiert und stehen somit stest auch offline zur Verfügung. Daneben bieten die Geräte eine Fülle an Funktionen die man bei GPS-Laufuhr i.d.R. vermisst. So z.B. die Planung einer Alternativroute unterwegs.   


10. GPS Navigation mittels Smartphone und Apps:   
Mitlerweile decken die Apps für Smartphones ein großes Spektrum an Möglichkeiten im Bereich Outdoornavigation und auch der Trainingsplanung und -aufzeichnug ab. Im App Store oä. findet man eine große Fülle an meist kostenlosen Anwendungen. Vergleicht man jedoch z.B. die aufgezeichnete Distanz nach einem absolvieretn Lauf, zeigen verschieden Apps erhebliche Unterschiede im Ergebnis.

Was das Kartenmaterial anbelangt, gibt es mehrere Varianten. Zum einen gibt es Anbieter die für die Navigation auf Google Maps zurückgreifen, andere nutzen eigene Karten, wieder andere freie OSM Karten. Die Verwendung von Google Maps setzt einen einwandfreien und schnellen mobilen Internetempfang voraus. Anbieter mit eigenen Karten bieten diese meist auch zur Offlinen-Ntzung an. I.d.R. muss man dann jedoch die App als Produkt mit einem Kartenpaket erweben. Dafür steht aber dann auch z.B. die sprachgesteuerte Outdoornavigation wie man sie vom Autofahren her kennt, zur Verfügung. 

Ich selbst verwende neben meiner GPS-Laufuhr Suunto Ambit die beiden Apps "Locus Map" in der kostenlosen Variante und "Komoot" in der bezahlten Version. Beide haben ihre Stärken aber ich gebe mitlerweile der Locus Map den Vorrang und werde die 8,50 € für die Pro-Version noch investieren. Grund dafür ist die aus meiner Sicht noch nicht ausgreifte Funktion, den Start- und Zielpunkt eines importierten Tracks schnell und unkompliziert verschieben zu können. Ich habe es ein paar mal vergeblich versucht. Zweiter Grund ist die Tatsache, dass ich bei der Locus Map auch kostenfreie OSM-Karten nutzen kann.

Locus Map ist eine meiner Lieblingsapps für´s Smartphone

Großer Vorteil von Komoot ist die Navigation mit Sprachausgabe.

Alles in allem haben wir heute sehr gute und kostengünstige Möglichkeiten attraktive Routen zu erstellen und uns mit sehr hoher Präzision durch die Landschaft zu navigieren. Sicherlich muss man ein wenig ausprobieren und herumtüfteln bis man sein optimales "System" gefunden hat, aber der Aufwand lohnt sich ganz sicher und macht Spaß.

Eine weitere Alternative mit der ich mich zukünftig etwas intensiver beschäftigen möchte ist die absolute low-tec Variante der Outdoornavigation. Kompass und Karte - das wird spannend.