Dienstag, 14. März 2017

Themenweg Ton - rot & blau

26. Februar 2017: Erdgeschichte hautnah miterleben!

Die Entstehung von Tonen bzw. Tonmineralen ist eine komplexe Sache. Zu erfahren, wie der Ton in den Westerwald kam, höchst interessant und .... ja sogar spannend. Wer den Boden, auf dem wir herum laufen verstehen will, ist auf dem Themenweg Ton genau richtig. 

Die Westerwälder Tonminerale sind das Ergebnis eines sehr alten geologischen Prozesses an dessen Anfang Gesteine wie Sandstein, Schiefer, Quarzit und Grauwacke usw. standen. Durch Verwitterung von Mineralen wie Glimmer und Feldspat entstanden unsere heimischen Tone die sich vor rund 50 - 25 Mio. Jahren in den Senken der Region ablagerten.


Ton ist ein unglaublich vielseitig verwendbares Material. Auf Grund seiner stofflichen Eigenschaften  schätzen wir Menschen ihn seit vielen Tausend Jahren. Er hat eine sehr feine Struktur mit Korngrößen von 1 bis 4 µm und ist bei ausreichendem Feuchtegehalt plastisch und gut formbar. Dadurch erlangte Ton insbesondere als Rohstoff für die Herstellung von Töpferwaren eine große Bedeutung.


Die Westerwälder erkannten sehr früh, dass ihre Böden "steinreich" waren. Man fertigte hier bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderst schlichtes Gebrauchsgeschirr mit brauner Salzglasur. Ab dem 17. Jahrhundert wurde das blau-gaue Westerwälder Steinzeug schließlich in ganz Europa geschätzt und gehandelt.

Westerwälder Steinzeug

Nun aber zurück zum Themenweg Ton. Eigentlich müsste man "Wege" sagen, denn es gibt zwei, einen roten und einen blauen. Da die Wege nur je 11 Kilometer lang sind wollen wir heute beide nacheinander laufen. Wir sind: Matthias, Annerose, Oliver (Oli), Melanie mit Milo, Tobias und ich mit Nanuk. Idealerweise liegen die beiden Touren in 8-Form direkt nebeneinander, so das der Parkplatz der Ahrbachhalle in Boden jeweiligs Start- und Zielpunkte der Touren ist.

"Nanuk kannst du mir verraten warum unsere Menschen dauernd anhalten müssen?"

Wir starten mit dem blauen Tonweg und müssen bis zu den ersten beiden Tongruben "Esther" und "Anna" gerade mal 400 m weit laufen. Hier bekommen wir auch direkt einen guten Eindruck von der erstklassigen Beschilderung der Strecke sowie den erstellten Lehrtafeln, die einem sehr anschaulich alle Fragen zum Thema Ton beantworten. Als Infopunkte wurden jeweils exponierte Stellen gewählt die einen wunderbaren Blick auf die Westerwälder Bodenschätze ermöglichen.  




Von hier aus geht es zunächst weiter in nördliche, dann östliche Richtung. Nach 3,8 Kilometern stehen wir zwischen den Tongruben "Stemmer" im Norden und "Maria" im Süden. Die Abschnitte zwischen den Gruben sind sehr schön gewählt. Von ruhigen Waldpfaden bis kleinen Ortsdurchquerungen wird nichts ausgelassen.




     



Bei Kilometer 5 steht man Fuß des Rupbergs und kann mit einem Blick über Ruppach-Goldhausen in süd-westliche Richtung den Köppel und die Alarmstange sehen. Letztere ist mit ihren 545,2 m ü. NN die höchste Erhebnung der Montabaurer Höhe.

Blick über Ruppach-Goldhausen in Richtung Montabaurer Höhe mit Köppel und Alarmstange

Als letzte Tongrube auf der blauen Runde passieren wir vor Ruppach-Goldhausen die Grube "Glückauf" bei Kilometer 7. Die Ortsdurchquerung von Ruppach könnte mit rund 1,5 Kiometern ruhig etwas kürzer ausfallen. Wahrscheinlich will man dem Reisenden die, in der Tat sehr hübsche kleine Kapelle am Ortsrand nicht vorenthalten. Außerdem hält man noch einen speziell ausgeklügelten Testaufbau für uns Musher bereit. Hier wird die Team interne Kommunikation zwischen Musher und Schlittenhund hart auf die Probe gestellt. Zu meiner Schande muss ich gestehen, beide Teams haben kläglich versagt! 

Auweia....durchgefallen...mit Pauken und Trompeten! Aber lustig war´s trotzdem!

Kapelle in Ruppach-Goldhausen

Zurück auf dem Parkplatz in Boden werden die Hunde gewässert und der Track zur roten Tour geladen. Nach knapp 10 Minuten Aufenthalt ziehen wir wieder los. Die ersten Meter führen uns diesmal zwischen den beiden Gruben "Esther" und "Anna" hindurch zur Grube "Pfeul" kurz vor Niederahr.


Die Streckenführung und Qualität in Bezug auf den Grad der Abwechslung ist insgesamt sehr angenehm. Im Hinblick auf die didaktische Aufbereitung des Themas "Ton" wird dem Besucher sehr viel geboten. Die erdgeschichtlichen Beschreibungen sowie die Zahlen und Fakten zu den jeweiligen Gruben sind ausgesprochen anschaulich dargestellt.

Aus meiner Sicht ist der Themenweg ideal für Familien und Gruppen mit Läufern unterschiedlicher Leistungsniveaus geignet. Durch die zentrale Anordnung des Start und Zielpunktes für beide Runden hat jeder die Möglichkeit entsprechend seines Leistungsvermögens "Strecke zu machen". Obwohl auch die eine oder andere kleine Steigungen zu meistern ist, erfordert die Streckenführung kein besonderes Kraft-Ausdauer Vermögen in den Oberschenkeln. Die Strecke ist somit auch für Laufanfänger sehr gut geeignet die bereits 1-1,5 Stunden in gemäßigtem Tempo ausdauernd laufen können. 

Bei Kilometer 4,5 stehen wir am Rand der letzten Tongrube die es im Rahmen des Themenweges zu bestaunen gibt. Die Grube "Pletschmorgen" hebt sich wegen ihres weißen Tons deutlich sichtbar von den übrigen, zuvor gesehenen ab. 



Auf dem Rückweg nach Boden passierten wir auf unserer Route die Orte Moschheim und Bannberscheid. Neben den hier beschriebenen Tongruben gibt es in der gesamten Region Westerwald noch unzählige weitere. Für ausgewiesene Liebhaber der Erdgeschichte gibt es also noch genügend zu entdecken. 

Ich wünsche euch wie immer viel Freude beim selbst Erkunden der Landschaft. Für die kommenden Tage ist super Wetter vorhergesagt, also nix wie raus und die Natur genießen. 


Themenweg Ton - blau:





Themenweg Ton - rot: