Dienstag, 21. Februar 2017

Wäller Tour 2: Brexbachschluchtweg

29. Januar 2017: Traumreise durch´s Kannebäckerland!

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole. Ich komme nicht umhin, euch die phantastischen Wäller Touren in den höchsten Tönen schmackhaft zu machen. Traumhafte Landschaften, Kulturgeschichte und Abenteuer. So kan man den 16,7 Kilometer langen und mit 447 Höhenmetern garnierten Brexbachschluchtweg am besten beschreiben.


Aber jetzt mal ganz von Anfang an. Woher hat die Region Kannebäckerland eigentlich ihren Namen? Das Kännebäckerland erstreckt sich von Wirges bis ans Mittelrheintal nach Bendorf. Dieses einzigartige Gebiet beherbergt die größten Tonvorkommen Europas. Die Tatsache, dass hier bereits seit dem 16. Jahrhundert das berühmte grau-blaue Westerwälder Steinzeug hergestelt wird, war prägend und Namen gebend für die Region.



Heute hat sich das Kannebäckerland als kulturelles Zentrum für Keramik etabliert. Beleg dafür sind zahlreiche kleine kunsthandwerkliche Betriebe, das Bildungs- und Forschungs-Zentrum Keramik (BFZK), Europas größtes Keramikmuseum, das Tonbergbaumuseum in Siershahn sowie der  Themenweg Ton.

Der Namensgeber "Brexbach" unserer heutigen Tour ist übrigens ein 22 Kilometer langer linker Nebenfluss des Saynbachs.

  
Die Gänseliesel





Start und Ziel der Rundreise ist der Wanderparkplatz nahe des Hotels Zugbrücke in dem kleinen Ort Grenzau bei Höhr-Grenzhausen. Höhe 226 m ü. NN. Dieser heimelige kleine Ort ist für sich schon eine Reise wert. Liebevoll präsentiert das Örtchen seine ausgefallene und beeindruckende Keramikkunst. 

Wie immer sind Oli und ich guter Dinge und sehr gespannt auf die anstehende Tour. Nanuk ist selbstverständlich auch mit von der Partie und wartet ungeduldig auf den Start. Naja, warten kann man das eigentlich gar nicht nennen. Sobald er aus dem Auto gelassen wird und die Zugleine in der Schlaufe am Ende seines Zuggeschirrs einrastet beginnt er zu ziehen.

Unterwegs sein ist einfach schön - wir freuen uns auf die Tour.

Immer dieser ungeduldige Blick sobald man stehenbleibt.

Laufen im Schnee - jetzt ist Nanuk in seinem Element!

Nach kanpp einem Kilmeter erreichen wir bereits das erste Fotomotiv, einen alten Wagon am Bahnhof Grenzau. Danach laufen wir bis Kilometer 3,3 zunächst in nord-östliche Richtung, biegen dann schließlich westwärts auf dem Trail ab. Das Wetter scheint uns übel mitspielen zu wollen aber am Ende siegt die Sonne und belohnt uns mit einem angenehmen Winterlauf und einer freien Sicht auf den Köppel.


Der Himmel ist dunkel und Wolken verhangen. Am Horizont - der Köppel.

Wir tangieren die beiden Ortschaften Alsbach und Nauort. Am letzteren Ort führt uns der Weg auf einem Mini-Abschnitt direkt an der L306 entlang. Könnte man diesen Abschnitt noch umgehen, wäre die Strecke perfekt.

Bei Klometer 6,1 haben wir den mit 355 m ü. NN höchten Punkt der Tour erreicht. Ab da geht es hinunter zum tiefsten Punkt auf 177 m ü. NN direkt an den Brexbach. Circa bei Kilometer 9 und 9,5 (Teufelsberg) sollte man sich Zeit nehmen um die beiden Aussichtspunkte für einen phantastischen Blick über und in das Tal des Brexbaches zu nutzen. Der Picknick Gedanke drängt sich einem sprichwörtlich auf.

Ausblick bei 9K

Ausblick vom Teufelsberg bei 9,5K

Eine Weile führt uns der Track entlang dieses reizvollen Weges.


Bei Kilometer 10,5 steht ein weiterer Richtungswechsel an. Für die nächsten 2K laufen wir am Ufer des Brexbaches entlang weiter in südliche Richtung. Eine urig, wildromantische Flussaue mit schmalen Singletrails, kleinen Holzbrücken und gefrorenen Bächen lässt uns immer wieder anhalten und den Moment genießen. Hier werde ich im Frühsommer auf jeden Fall eines meiner ersten längeren Tourenvideos für meinen YouTube Kanal drehen. Nur so am Rande, ich freue mich immer über neue Abonenten!

Zwei Verliebte haben sich verewigt.

Urig, wildromantische Landschaft

Der vereiste Trail ist technisch anspruchsvoll.

Bach im Dornröschenschlaf




Ab Kilometer 12,5 schließen wir das Karree und laufen wieder nach Osten in Richtung Grenzau. Einer der schönsten Abschnitte steht uns jetzt noch bevor. Bei Kilometer 15 müssen wir uns aus dem Brexbachtal hinauf zurück auf "Normalniveau" hocharbeiten. Der Weg führt nun über einen schmalen, als Serpentinen angelegten Singletrail und bietet dementsprechend an jeder Windung immer besser werdende Ausblicke auf das zurückliegende Tal. Oben angekommen darf man ruhig mal durchatmen.

Uff....ich komme ins Schwitzen...und immer dieses blöde Beschlagen der Gläser...Grrr

Die Serpentinen von Grenzau haben es in sich.

Oli haut ab...

....nix da.

Kurz vor dem Zieleinlauf stehen wir plötzlich vor der gewaltigen Ruine der Burg Grenzau aus dem 13. Jahrhundert. Die nächsten historischen Bauwerke lassen nicht lange auf sich warten. Ein Schloss ähnliches Anwesen mit der Schtriftzug "Johannisburg" auf dem Türmchen sowie die kleine Kapelle St. Peter und Paul. Letztere wurde aus den Steinen der alten Burgkapelle, der im Jahre 1635 zertsörten Burg zwischen 1788 und 1796 errichtet. 

Ein letztes Überbleibsel aus der guten alten Zeit blieb den Bewohnern von Grenzau erhalten - der tapfere Ritter Rost. ...und nein, Oli ist keine eins-zwanzig groß, der Ritter misst gut und gerne 3 Meter. 

Ruine der Burg Grenzau

?

Kapelle St. Peter und Paul

Oli und der Ritter Rost.

Den hätte ich fast übersehen...

Wie nach jeder Tour, so auch heute der Track zum Nachlaufen. Viel Freude draussen und genießt die Zeit. 


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