Montag, 20. Februar 2017

Vortragsabend in Reichelsheim/Odenwald

10. Februar 2017: Wenn nichts mehr geht, lauf!

Schweigen ist keine Alternative!
Es war ein bewegender Abend mit einem wunderbaren Publikum. Mehr als 70 interesseierte Zuhörer kamen am Freitag zu meinem Vortrag in den großen Gemeindesaal des Rathauses von Reichelsheim im Odenwald.

Organisiert wurde der Themenabend von Werner Niebel und Holger Leitermann von der Selbsthilfegruppe (SHG) Angst - Panik - Depression Odenwald.

Worum ging es? "Laufen als wirksame Selbshilfe bei schweren Lebenskrisen" war das zentrale Thema.

Der Titel des Vortrags und die Texte der Vorankündigungen lassen ja bereits erahnen, dass es nicht um pure Unterhaltung ging sondern um ein sowohl komplexes als auch gesellschaftlich immer noch stark tabuisiertes Thema. Damit meine ich nicht nur sexuellen MIssbrauch sondern das Thema Lebenskrisen allgemein. Es ging darum, die Puzzelteile Laufen und Lebenskrise zu einem Bild zusammenfügen um eine mögliche Lösung, einen möglichen Ausweg aus einer Krise sichtbar zu machen.


Interessant in diesem Zusammenhang ist: So unterschiedlich unser aller Lebensentwürfe und Krisensituationen auch sein mögen, so fundamental gleich sind die Basics, die wir alle in gleichem Maße zur Krisenintervention nutzen können. 

Werner Niebel (links), Leiter der SHG APD

Es geht an´s Eingemachte, Einblicke in meine Kindheit!

Die Umstände die zu einer Lebenskrisen führen sind immer willkürlich, denn es fragt uns z.B. niemand ob wir am kommenden Donnerstag bereit sind für einen Folgen schweren Unfall. Es fragt uns auch niemand ob wir überhaupt geboren werden wollen. Es passiert einfach. Wir können also das Eintreten bestimmter Dinge nicht verhindern, nur korrigieren. Und dazu benötigen wir Hilfsmittel. Laufen ist ein solches Hilfsmittel. Es ist eine vom Grundsatz her sehr einfache, wirkungsvolle aber leider unbeachtete Methode zur Krisenintervention.


Die Wirkungsweise von Bewegung auf das System Mensch und allen voran die des Laufens stelle ich dabei an meinem eigenen konkreten Beispiel sehr anschaulich dar.

Ich gewähre Einblick in mein persönliches Nähkästchen und erzähle mit welchen Folgen ich mich auf Grund der komplexen Traumatisierung und der begleitenden Umstände bis heute arrangieren muss. Dies auf sachlicher Ebene zu tun war notwendig, denn schließlich wollte ich verständlich aufzeigen wie und warum insbesondere Laufen als Selbsthilfe funktioniert und meine Lebenskrise kontrollierbar und damit lebbar gemacht hat. 

Im Anschluss an den 2-stündigen Vortrag stellte ich mich den weiterführende Fragen des Auditoriums. Darunter auch zwei, für mich emotional sehr schwierige Fragen die ich dennoch beantwortet habe.

Eines habe ich im Verlauf meiner 40-jährigen Krise gelernt: So unüberwindlich hoch die Hürde auch zu sein scheint, das Erlebte auszusprechen, irgendwie in Worte zu fassen, schweigen ist die denkbar schlechteste Alternative dazu!

Die anwesende Journalistin Gabriele Lermann hat über den Abend ausführlich im Odenwald Echo berichtet. Die online Ausagbe findest Du unter dem nachstehenden Link.

Odenwald Echo online: 17.2.2017: "Laufen gegen den Missbrauch"

Bildrechte: SHG APD, vielen Dank!