Mittwoch, 28. Dezember 2016

Drei-Burgen-Wanderweg bei Greifenstein

26. Dezember 2016: Weg mit den Weihnachtskalorien!

In weiser Voraussicht, dass wir während der Weihnachtsfeiertage mehr Kalorien zu uns nehmen als wir für die Erhaltung der lebenswichtigen Feiertags-Funktionen wie: Gehen vom Esstisch bis zum Sofa, die Fernbedingung halten und feine Leckereien zum Mund führen etc. benötigen, stellte ich vor zwei Wochen folgende Frage innerhalb der WET-Crew: "Wer hat Lust am 2. Weihnachtstag ne kleine Runde zu laufen...ihr wisst schon....so a bissle berghoch und so...?" Stille! Also nur Oli und ich. Oli hat eine nette historische Strecke in der Nähe gefunden  - den Drei-Burgen-Wanderweg bei Greifenstein (Hessen).

Burg Beilstein wird heute als Wohnheim genutzt

Zwei Streckenvarianten stehen zur Disposition. Halbmarathon oder Marathon. In Anbetracht des scheußlichen Wetters bedarf es keinerlei Verhandlungen, wir wählen die 21K. Um genau zu sein, es sind 19,7K und 507 Höhenmeter. Das sind die ausgelesenen Daten meiner Suunto Ambit3. Die Angaben in den Karten am Ende meiner Berichte fallen meist geringer aus, da es sich um importierte Tracks handelt die nach welchen Kriterien auch immer dargestellt werden.   


Der Drei-Burgen-Wanderweg ist ein permanenter IVV-Wanderweg. Der Internationale Volkssportverband IVV bietet Volkssport für Jedemann und jeder ist willkommen. So heißt es auf der Homepage. Ich habe zwar selbst noch nie an einer IVV Veranstaltung teilgenommen aber von Freunden und Bekannten nur Positives darüber gehört. Interessant ist, dass die Veranstaltungen nicht nur Wanderern vorbehalten sind sondern wir Läufer und sogar mit Hund ebenfalls herzlich willkomen sind. Der Slogan scheint also tatsächlich nicht nur Worthülse, sondern Programm zu sein.    

Wir starten in der Westerwaldstraße in Beilstein auf 386 m.ü.NN. und müssen nur um ein paar Ecken laufen um bereits die Erste, die Burg Beilstein aus dem 11. Jahrhundert in ihrer vollen Pracht sehen zu können. Die sanierte und umgebaute Burg dient heute als Wohnheim.

Als wir die mit rund 500 m.ü.NN höchste Erhebung der Strecke erreichen, sind wir bereits 4,5K in wunderbarer Natur stetig bergauf gelaufen.



Die Beschilderung des IVV ist hervorragend. Der Track ist nicht nur farblich, sondern zusätzlich mit der Kilometerangabe 21 oder 42 versehen. Verlaufen ist so gut wie unmöglich. Das ist auch gut so, denn seit unserem Start in Beilstein fällt leichter Nieselregen. 

In Greifenstein angekommen erwartet uns bei Kilometer 6 ein phantastischer Fernblick über das obere Dilltal. An diesem sehr diesigen Tag leider nicht so malerisch wie erhofft aber wir nnen die Fernsicht erahnen. Das Flüsschen "Dill" definiert übrigens landläufig die östliche Grenze des Westerwalds.



Das nächste Highlight ist die Burg Greifenstein die uns auf einen verlockenden Rundweg einlädt. Trotz stärker werdenden Regens nehmen wir dankend an und erkunden das Areal. Die Burg Greifenstein ist Geopunkt im Geopark Westerwald-Lahn-Taunus. Neben ihrem historischen Wert ist die Glockenwelt der Burg Greifenstein mit über 100 Glocken die in ihrer Art bedeutendste Glockensammlung Deutschlands.




Burg Greifenstein





Wer auf Downhill steht kann auch sofort bei Kilometer 8 einsteigen. Von hier an geht es gut 210 Höhenmeter abwärts in Richtung Ulmtalsperre - leider ohne Wasser. An der vom Ulmbach durchflossenen Talsperre liegt auch der gleichnamige Campingplatz. 

Die Ulmtalsperre mit Blick auf die Staumauer
       
Jetzt folgt ein absoluter Insider-Tipp: Laufe oder wandere an der Ulmtalsperre vorbei und folge dem malerischen Ulmbach bis nach Holzhausen. Dann STOP und umkehren es sei denn, du willst nach Holzhausen. Der weitere Weg führt nämlich schlicht und ergreifend einmal rund um den Ort und dann auf dem Radweg parallel zur Straße wieder zur Talsperre zurück. Wozu diese unattraktive Schleife in die Streckenführung hineingepackt wurde erschließt sich uns leider nicht. Also besser vor Holzhausen umkehren und dann auf dem Rückweg hinter der Ulmtalsperre links halten und dem ursprünglichen Track weiter folgen.



Malerischer Ulmbach
    
Nachdem der Nieselregen bei Kilometer 7 in richtigen Starkregen, versetzt mit eiskalten Wind und Sturmböen übergegangen ist und wir nun ziemlich nass sind, ist die Holzhausener Extrarunde doppelt doof.

Naja, wie man auf den letzten Bildern sieht hat sich der Regen verzogen und die Sonne zeigt sich für ein paar Augenblicke und lässt uns wissen wie schön es am Ulmbach sein kann. Die letzten 4 Kilometer zurück nach Beilstein legen wir laufend und wandernd zurück. Bei Kilometer 18,9 präsentiert sich uns zum Abschluss die 400 Jahre alte Schlosskirche von Beilstein.         



Wer sich fragt warum die Tour mit zwei Burgen "Drei-Burgen-Wanderweg" heißt. Ich vermute, dass man nur auf der 42K Tour zu eben dieser 3. Burg gelangt. Wir werden es herausdfinden - ein anderes Mal.

Wieder am Auto angelangt sind Oli und ich uns einig: Für heute reichts. Kalt, nass aber zufrieden mit den gemeinsamen Erlebnissen des Tages fahren wir zu unseren Lieben zurück und freuen uns auf die nächsten gemeinsamen Touren. 


Der Drei-Burgen-Wanderweg als GPS-Track zum Nachlaufen:
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen