Dienstag, 5. Juli 2016

1. WesterwaldSteig Endurance Trail

17.-19. Juni 2016: Die verwegenen 7 unterwegs im Wäller Land

“Hmmm ein offizieller Ultralauf auf dem WesterwaldSteig durch´s Wäller Land….” dieser Gedanke ging mir nach meinem LebensLauf 2013 durch den Kopf. Damit begann auch schon das Abenteuer Benefizlauf. Fast vier Jahre sind seitdem vergangen und hinter dem Organisatorenteam bestehend aus Katrin Schneider vom WesterwaldSteig Touristik Service und mir bzw. meiner mittlerweile gegründeten Laufschule Westerwald liegen eineinhalb Jahre planen, kalkulieren, telefonieren, Mails schreiben und koordinieren. Zu guter letzt konnte ich mit den Startgebühren der 7 Teilnehmer (meine Person eingerechnet) die entstandenen Kosten nicht einmal decken.

 

Dem aufmerksamen Leser mag jetzt der Gedanke “…ganz schön doof” in den Sinn kommen und die Frage ob und für wen sich dieser ganze Aufwand überhaupt lohnt. Ich gebe zu, das finanzielle Defizit war nicht geplant. Bei der durchaus berechtigten Sinn-Frage komme ich nicht umhin den 1. WesterwaldSteig Endurance Trail aus dreierlei Perspektive zu bewerten. Aus der eines frischgebackenen Laufveranstalters, der rein zufällig leidenschaftlicher und barfuß laufender Trailrunner mit Hund ist und nicht zuletzt aus der Perspektive eines von sexuellem Missbrauch in der Kindheit betroffenen Erwachsenen. Denn wer mich kennt, weiß, ich laufe als Betroffener für Betroffene.
 

Aber keine Angst, die nachfolgenden Passagen werden nicht von Excel-Sheets mit Berechnungen des Break-Even oder schwermütigen Gedanken gespickt sein. Euch erwartet ein Laufbericht, der wie gewohnt von den kleinen und großen Abenteuern auf den wilden Höhen des Westerwalds erzählt.

Für die bevorstehende Herausforderung hatte ich rund drei Monate gezieltes Training eingeplant, wobei in den letzten vier Wochen jeweils ein Marathon auf dem Programm stand. Schließlich galt es nacheinander zwei kleine Ultras mit einer Distanz von je 46 Kilometern und 800-1.200 Höhenmetern sowie einen lockeren 23er am dritten Lauftag zu absolvieren und danach mit einem möglichst breiten Grinsen im Gesicht über die Ziellinie zu laufen.

Hatte ich schon erwähnt, dass ich die Gesamtstrecke barfuß bzw. in meinen FiveFingers laufen will? FiveFingers sind mehr Socke als Schuh. Sie haben eine drei Millimeter dünne Sohle, null Sprengung, null Dämpfung und “Zehengaragen”, ja so nennt man die Dinger vorn dran. Der coole Typ im Born-to-Run-Style auf dem Foto neben mir ist übrigens Tassilo, Doktor der Naturwissenschaften den ihr zu jeder Jahreszeit in seinen Luna-Sandals auf den Trails antrefft.
 
Native Power

Wenn ich schon dabei bin, dann stell ich euch auch gleich die anderen Teilnehmer der WET Crew vor. Dass die von mir gewählte Abkürzung “WET” des Laufs von den englischsprachigen Wettergöttern wörtlich genommen wird, konnte ich nun beim besten Willen nicht vorhersehen aber dazu an anderer Stelle mehr. So wer war alles dabei? Neben den beiden Native Runnern Tassilo und mir, selbstverständlich Trainingspartner Oli. Unsere ernsthaften Bemühungen der Vorbereitung haben wir auf umfangreichem Bild und Videomaterial festgehalten. Rückblickend kann ich nur sagen: Gott sein Dank haben wir das Training so konsequent durchgezogen.

Dann war, da noch Matthias der bereits 2013 Abschnitte des Steigs mit mir gelaufen ist und sich auch diesmal wieder der Herausforderung gestellt hat. Thorsten und Uli waren die Pacemaker…. und irgendwann auch weg. Mit dem Tempo der beiden Profis konnte ich nicht mithalten. Die einzigste Frau im Team war Sandra. Eine absolut taffe Läuferin mit sehr viel Power und Erfahrung. 

Startschuss Freitagmorgen:
Herborns Bürgermeister Hans Benner begrüßt uns in der Hessentagsstadt und schickt uns auf die noch recht passable Strecke. Spätestens ab Erdbach war allen klar, warum der Steig “Steig” heißt. Auf überwiegend einfachsten Wegen und Singletrails schlängelt sich unser Weg bergauf bergab vom hessischen Lahn-Dill-Bergland in Richtung Hoher Westerwald in Rheinland-Pfalz.
Historisches Rathaus in Herborn

Die 3 Herren ließen sich nicht zum Mitlaufen motivieren...

Jörg im Gespräch mit Herborns Bürgermeister Hans Benner

WET Crew 2016 v.l.n.r.
(Bürgermeister Benner,) Sandra, Matthias, Jörg, Uli, Oli, Tassilo, Thorsten

Die Detailbeschreibung der einzelnen Etappen inklusive der landschaftlichen Höhepunkte würde den Rahmen dieses Berichts sprengen. Dazu biete ich euch die Etappenbeschreibungen sowie die Laufberichte meines LebensLaufs 2013 an. Die Tracks zum Nachlaufen und Nachwandern findet ihr wie gewohnt am Ende dieses Berichtes sowie auf der WET-Homepage.

Immer Richtung Unwetter - wir Wäller fürchten weder Sturm noch Hagel. 




Steinkammern in Erdbach




Breitscheider Töpfermuseum

Pro Etappe haben wir einen Versorgungspunkt, möglichst in der Mitte der Strecke geplant. Nach 23 km erreichen wir den Ersten am Heisterberger Weiher. Die Crew erwartet das Unerwartete. Ein Versorgungsstand, der sich mit Fug & Recht so nennen darf. Carmen, meine Frau und Johanna zählen zum ehrenamtlichen Helfer-Team und warten schon sehr gespannt auf uns. Das, was die beiden auf den Tisch bringen, ist der Hammer und entschädigt allemal für die ersten Anstrengungen des Tages. Seht euch die Fotos an und urteilt selbst.

Ohne Worte!




Einen Katzensprung vom Luxus-Buffet entfernt wartet bereits die Fuchskaute bei Kilometer 27 darauf, von uns erklommen zu werden. Mit ihren 657 Metern ü. NN ist sie die höchste Erhebung im Westerwald. Bevor aber allzu großer Jubel unter den Teilnehmern aufkommt, mach ich mich als Spaßbremse unbeliebt und kläre auf. “Äh...ihr Lieben ...nur, weil wir am höchsten Punkt sind, heißt das nicht, dass wir ab jetzt nur noch bergab laufen. Eigentlich laufen wir nur den Berg runter, um danach den Nächsten wieder hoch zu kraxeln.” Mich treffen seltsame Blicke und ich versuche die Situation zu retten in dem ich mit meinem geballten Fachwissen über den, auf der Fuchskaute heimischen und sehr seltenen Borstgrasrasen aufwarte und ausgelassen referiere. Das ich das Ganze vorher heimlich von einem Schild abgelesen habe bleibt selbstverständlich mein Geheimnis.

Wer lesen kann ist klar im Vorteil....hihi...


Der Borstgrasrasen auf der Fuchskaute

Ab der Fuchskaute laufen Matthias und ich als Duo weiter und passieren nach ein paar Kilometern das kleine Örtchen Rehe mit seinem wunderschönen alten Rathaus. Weiter geht´s an der Krombachtalsperre entlang in Rrrrrichtung Rrrrrennerrrrod (wird tatsächlich so ausgesprochen). Irgendwann zerfällt auch der letzte Rest der kleinen Gruppe und ich laufe allein weiter. Böse Zungen munkeln, ein paar hätten sich verlaufen….? Kaum Vorstellbar: Bei der genialen Planung außerdem sind alle mit GPS UND Karte ausgestattet. Also quasi “Gürtel + Hosenträger”!

Ab Rennerod machten die Wettergötter dann auch Schluss mit Lustig. Von hier an laufen wir von einem Regenschauer zum nächsten Wolkenbruch. Und das ändert sich auch auf der zweiten und dritten Etappe nicht mehr.

Im Wald östlich von Rennerod donnert es direkt über mir mittlerweile echt ziemlich heftig und ich überlege, was wohl ein echter Buschmann jetzt tun würde? Da ich bis dahin noch keine Blitze wahrgenommen habe, entschließe ich mich weiter zu laufen. Zu dem fällt mir das Zitat der Blues Brothers Jake und Elwood ein “Wir sind im Auftrag des Herrn unterwegs”. Gut, das war ich nun nicht aber zumindest im Dienst der Guten Sache und da wird man seitens der Wettergötter wohl Verständnis für aufbringen und mich unbeschadet meines Trails rennen lassen.

Historisches Rathaus in Rehe bei Rennerod

Junger Steinmader (Martes foina)

So ein Gewitter im Wald macht echt ´ne super Pace und so schaffe ich es nicht nur die anderen einzuholen, nein ich überhole sie sogar mit ´nem 5:30er-Schnitt, und zwar ohne an ihnen vorbeizulaufen. Tja, it´s not a trick it´s magic. Ihr ahnt es bereits, sie haben sich allen Ernstes verlaufen.

Kurz vor dem ersten Etappenziel am Großen Secker Weiher höre ich Sandra und Tassilo hinter mir laut “Jööööörg” schreien. Als Veranstalter ist man echt beruhigt, wenn niemand verloren geht bzw. die “Herde” wieder beisammen ist. Apropos Herde; vielleicht sollte ich Nanuk meinen treuen Begleiter zum Hütehund umschulen.

Die letzten Tageskilometer laufen wir drei entspannt schnatternd in Richtung Badespaß. Dem fragwürdigen Vergnügen, nach stundenlangem Laufen im Regen schwimmen zu wollen, gehen dann nur noch Tassilo und ich nach. Ohne Jux, das war richtig, richtig gut! Dann ab unter die Dusche, denn im Jugendraum des Campingplatzes hat sich Annerose postiert. Sie erwartet unsere geschundenen Füße und Waden mit einem belebenden Fußbad inklusive anschließender Massage. Wow! 

Samstag zweite Etappe:
Den heutigen Streckenabschnitt habe ich selbsterklärend wieder mit ausreichend landschafltlicher Perlen gespickt. Gleich zu Anfang erwartet uns die Holzbachschlucht, die alle - Gott sei Dank - unbeschadet durchqueren. Nach dem langen Regen sind die Trails inzwischen derart aufgeweicht, dass wir vor allem am Nachmittag abschnittsweise durch knöcheltiefen Schlamm waten. Alles ist extrem rutschig und somit beim Laufen doppelt kraftzehrend.
 
Bruchsteinmauer aus Basalt



Holzbachschlucht

Insbesondere das Westerburger Land gehört zu meinem bevorzugten Trainingsgebiet und ist mir daher sehr vertraut. Wie es sich für einen guten Guide gehört, mache ich beim morgendlichen Briefing alle auf die bevorstehenden steilen Anstiege aufmerksam und rate dazu sein Pulver nicht gleich auf den ersten Kilometern am Winner Berg zu verschießen. Eine gute Strategie, die sich im Verlauf des Tages auszahlen wird. Wie gesagt, allen Läufern stecken bereits die 46 Kilometer und 1.100 Höhenmeter des Vortags in den Knochen. Dafür allerdings war der Start sehr geschmeidig.

Blindschleiche (Anguis fragilis)




Am Mahnmal der Heimatvertriebenen am Katzenstein nördlich von Westerburg treffen wir auf eine Gruppe von rund 25 Wanderern. Das müssen sie sein, die Blogger die heute auf Einladung der Rheinland-Pfalz-Touristik den Westerwald im Rahmen eines Wandermarathons parallel zum Endurance Trail erkunden. Die gewonnenen Eindrücke präsentieren die wandernden Reporter auf ihren wunderbaren Internetseiten und Blogs zum Thema Outdoor und Wandern einem breiten Publikum.

Jörg mit Karin (Rheinland-Pfalz Touristik) 

Nach ein paar interessierten Gesprächen insbesondere zum Thema “lauft ihr etwa in den Dingern...” setzten wir die Reise in Richtung Wiesensee fort. Das Wellness-Angebot dort ist zwar unglaublich verlockend, wir biegen dennoch in Hergenroth südlich in Richtung Westerwälder Seenplatte ab. Und da ist er auch schon, der nächste Anstieg vor dem ich eindringlich gewarnt hatte.

Auch heute erwartet uns Carmen mit ihrem reichhaltigen Mittags-Buffet auf halber Strecke. Gemeinschaftlich beschließen wir, die Mittagspause etwas auszudehnen. Wir liegen gut in der Zeit und haben es auch mehr als verdient. In der Hoffnung die Wettergötter mit diesem albernen Trick besänftigen zu können lassen wir keine Reste auf den Tellern, sondern essen alles brav auf. Für den Augenblick funktioniert das super. Als wir gerade wieder aufbrechen wollen, erscheint ein weiteres Wandergrüppchen auf der Bildfläche des Tages. Der Lauftreff Osnabrück macht einen Wanderausfllug im Westerwald. Allesamt total nette Leute und so verweilen wir noch einen Moment an Carmens Kuchentheke. Was hat die Wanderer wohl am brennensten interessiert? Nein, nicht die attraktiven Frauen unserer Crew, sondern die Frage aller Fragen: “Lauft ihr etwa in den Dingern...”
 
.....meine Carmen

....und noch eine Dame.....Chi-Chi

Das Schild hat nix zu sagen...

Wir trotten weiter unseres Weges und versuchen jeder für sich, in seinen ureigensten Flow zu kommen. Naja, gelingt mehr oder weniger gut und einige gestehen, zu viel gegessen zu haben. Diese Beichte nehme ich zum Anlass, das Tempo immer wieder etwas anzuheben, denn schließlich müssen die überschüssigen Kalorien verbrannt werden. Etliche Kilometer später erreichen wir endlich die Westerwälder Seenplatte. Wir passieren den Haus- Post- und Brinkenweiher und landen am östlichen Ufer des mit 123 ha größten der sieben Weiher, dem Dreifelder Weiher. Dieser wird übrigens von dem kleinen Flüßchen “Wied” durchflossen, zu dessen Quelle wir als nächstes wollen.

Es folgen die malerischen Örtchen Dreifelden und Linden an dessen Ortsrand die Wied ihren Ursprung hat. Von der Wiedquelle bis zum Etappenziel sind es jetzt nur noch schlappe 10 Kilometer. Mit diesen aufmunternden Worten versuche ich, die Stimmung der Truppe aufzuheitern. Hmm... ich glaube, es gibt zahlreiche Dinge, die ich deutlich besser kann. Wir beißen also alle die Zähne zusammen und kämpfen uns tapfer zum nächsten Hochpunkt der Strecke, der “Alpenröder Hütte” vor.

Krasser Wolkenbruch - in 10 Sekunden klatschnass!

Blick von der Vogelschutzwarte über den Dreifelder Weiher

Uns kann kein Wetter die Laune verderben.


Ich nutzte die Gelegenheit dort hinzugehen, wo auch “der Kaiser zu Fuß hin geht”, die anderen laufen schon mal ohne mich weiter. Gerade will ich das urige Lokal verlassen, als sich mir ein Mann in den Weg stellt und mit dem Finger auf mich zeigt. “Ok, ich zahle ja was für die Toilettennutzung…” geht mir durch den Kopf. Bevor ich meinen Gedanken fertig formuliert habe, höre ich den Mann sagen: “He honn isch en Schnapps, ne Worscht un en Brrräzzel fer disch…” Was soll ich sagen, so sind wir Wäller halt. Stets gastfreundlich und herzlich, das mit den Basaltköppen ist nur eine Legende!

Endlich ist Enspel in Sichtweite. Jetzt heißt es noch einmal alle Asse aus den Hosenbeinen ziehen und den letzten Anstieg bezwingen. Was folgt, ist das liebgewonnene Verwöhnprogramm bestehend aus alkoholfreiem Hachenburger-Feierabend-Weizenbier, einer heißen Dusche, Fußbad und Ölmassage bei ein oder zwei Tässchen Kaffee.

Noch 5 km bis zum Etappenziel Stöffelpark



Jörg und Sandra - klatschnass, erschöpft aber absolut happy....

...und nach einem großen Schluck Medizin geht´s wieder.

Kunstausstellung im Café Kohleschuppen

Jaaa, das isses

Fachfrau Annerose - klasse gemacht. DANKE!

Ich referiere weiter über den Borstgrasrasen...ne Quatsch...

Damit aber nicht genug das Team vom Stöffelpark hat für uns ein BBQ nach Wäller Art arangiert, das wir in einer sensationellen Location einnehmen dürfen. Wer den Stöffelpark nicht kennt, sollte diese Lücke schnellstmöglich schließen. Der Kohleschuppen und die alte Schmiede sind echt der Burner. Ach was sag ich, das gesamte Areal ist traumhaft. Eine sehr gelungene Verbindung aus moderner Eventlocation und Industriemuseum. Hier kann man hautnah erleben, wie sich der, den Westerwald prägenden Abbau von vulkanischem Basaltgestein entwickelt und so auch das Leben in der damaligen Zeit geprägt hat.

Die nachfolgenden Bilder sprechen für sich. 
 




Die alte Schmiede



Weltberühmt hat den Stöffelpark übrigens ein Fossilienfund im Jahr 1992 gemacht. Man fand das Skelett mitsamt Haaren und Magen-Darminhalt eines ausgestorbenen Kleinsäugers. Ein kleines, mausähnliches Tier - die „Stöffel-Maus”.

Das ist sie, die Stöffelmaus - ein echtes Fossil. 

Sonntag, finale Etappe:
Aus organisatorischen Gründen ist es mir heute leider nicht möglich, die dritte Etappe mitzulaufen. Schweren Herzens schicke ich meine Mitstreiter bei regnerischem Wetter ein letztes mal auf die Strecke. Auch wenn ich heute nicht aktiv laufe, möchte ich euch die Höhepunkte der finalen Etappe nicht vorenthalten. Also schnell noch ein paar Zeilen dazu getippt und Fotos hochgeladen bevor die WET Crew 2016 im Ziel einläuft.




Der Abschnitt mit der höchsten Dichte an Sehenswürdigkeiten liegt in der Region um Bad Marienberg. Angefangen mit dem Apothekergarten im Kurpark des Städtchens, der jeden zum Verweilen verführt, gelangt man auf dem Steig zum Basaltpark. Auch hier wieder sehr schön zu sehen, die Geschichte unseres Wäller-Goldes. Ein Besuch in Bad Marienberg lohnt sich für die ganze Familie. Der Wildpark bietet kostenlose Parkplätze und freien Eintritt, im Kletterwald und im Marienbad kannst du dich sportlich richtig austoben.

Oli meint...da müssen wir hoch.

Basaltpark

Basaltpark

Wildpark

Waldkirche

Wolfsteine

Unweit vom Kletterwald entfernt stößt man auf den Kleinen Wolfstein, einer sehr schönen Felsformation. Und wo ein Kleiner Wolfstein zu Hause ist, kann der Große auch nicht weit sein. Hält man sich an die Beschilderung es Steigs gelangt man nach wenigen hundert Metern auch dorthin.

Während die anderen laufen bleibt mir allerdings keine Zeit zum Ausruhen, im Ziel in Hachenburg werde ich bereits erwartet. Der Werbering Hachenburg unterstützt meine Aktion gegen sexuellen Missbrauch auch in diesem Jahr wieder mit einem finalen Versorgungstand mit reichlich Getränken und frischem Obst. Die Stadt Hachenburg steht dem in nichts nach und überreicht mit durch die Beigeordnete des Bürgermeisters 50 € für unsere Spendendose.




Die Zielgerade (mit Kurve)

Ultra-Urgestein Uli und Thorsten

Isabel und Jörg 

Die zweiten Sieger Matthias, Tassilo, Sandra und Oli







Spendendose ist ein gutes Stichwort. Der WesterwaldSteig Endurance Trail ist ein nichtkommerzieller Ultratrail-Lauf zu Gunsten der Opferhilfe. D.h. Kinder und Jugendliche sowie heute bereits erwachsene Betroffene, die im Kindesalter sexualisierter Gewalt oder sexuellem Missbrauch ausgesetzt waren bzw. dieses erlebt haben werden mit den erlaufenen Spenden bei ihrer Rehabilitation unterstützt. Die Spenden verwaltet der bundesweit tätige und als gemeinnützig anerkannten Verein “Gegen Missbrauch e.V.” auf einem Sonderkonto. Die extra angereiste Vertreterin des Vereins nimmt die Ehrung der Läufer vor und überreicht neben der obligatorischen Urkunde auch eine “Finisher-Medaille” - ebenfalls nach Wäller Art.

Finisher-Medaille Wäller Art

Kommen wir zurück auf die eingangs gestellte Frage, ob sich der Aufwand für diesen Lauf gelohnt hat. Als Laufveranstalter habe ich sehr viele Erfahrungen machen dürfen die mir bei zukünftigen Aktionen von großem Wert sein werden. Der begeisterte Trailrunner in mir ist auch einige Tage nach dem Lauf immer noch geflashed von der wunderbaren Landschaft, der harmonischen Stimmung und der freundschaftlichen, fast schon familiären Atmosphäre unter den Teilnehmern. Als Betroffener von sexuellem Missbrauch lohnt sich für mich jeder einzelne Schritt, den ich nach vorn gehe. Der WET und auch meine anderen Aktionen geben mir die Möglichkeit mein eigenes Trauma zu verarbeiten und darüber hinaus sowohl anderen Betroffenen als auch Angehörigen und Nichtbetroffenen eine Brücke zu bauen. Für mich steht fest: JA, der Aufwand hat sich gelohnt - definitiv - und nachdem bereits die ersten 7 Voranmeldungen für den 2. WET vorliegen, werde ich dieses Mal ganz sicher nicht wieder die Spaßbremse sein. In diesem Sinne “keep on running!”

Hier geht´s zur Anmeldung für den 2. WET - sei dabei!

Nachsatz:
Nachstehend sind alle ehrenamtlichen Helfer, Freunde und Unterstützer des WET genannt. Ihnen gilt mein besonderer Dank!

Carmen, meine liebe Frau - Organisation, Betreuung und Versorgung
Johanna - Versorgung
Annerose - Versorgung und Betreuung/Wellness (Fußbäder und Massagen)

WesterwaldSteig Touristik Info - Organisation, Marketing, Kartenmaterial
Rheinland-Pfalz Touristik - Organisation Bloggermarathon, Spende
Campingpark Secker Weiher - kostenfreies Parken, Schwimmen und Duschen
Stöffelpark - kostenfreies Parken, Duschen und Versorgung am “Wäller Abend”
Werbering Hachenburg - Versorgung
Taxi Kappi-Tullius (Hachenburg), Taxi Mehl (Herborn), Taxi Milanowski (Westerburg) - vergünstigte Fahrpreise Shuttleservice
Peter Jentschura - Produktsponsor
Sebamed - Produktsponsor

Stadtverwaltung Herborn - Grußwort und Startschuss  Stadtverwaltung Hachenburg - Empfang, Ehrung der Teilnehmer und Spende
Forst- und Kreisverwaltung der Landkreise Lahn-Dill und Westerwald - Genehmigung
Tourismusinformationen entlang des WesterwaldSteigs - Marketing

Gegen Missbrauch e.V. - Marketing, Moderation und Ehrung der Teilnehmer.



Die Tracks zum Laufen und Wandern: 

Etappe 1 von Herborn zum Secker Weiher:





Etappe 2 von der Holzbachschlucht zum Stöffelpark:





Etappe 3 vom Stöffelpark nach Hachenburg:


Kommentare:

  1. Ein wunderbarer Bericht und trotz der geringen Teilnehmerzahl eine wie ich denke gelungene Veranstaltung. Schade, dass es finanziell nicht hingehauen hat. Vielleicht ja beim nächsten Mal? Ich drücke auf jeden Fall die Daumen. Danke für die Erwähnung der Blogger, die sich auch nicht geschont haben, und die Verlinkung!

    Liebe Grüße von Jörg zu Jörg

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    1. Hey Jörg, ist doch Ehrensache! Herzlichen Dank für das positive Feedback. 2017 werden wir den WET um die Disziplin "wandern" erweitern. Grüße Jörg

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