Montag, 6. Juli 2015

Hänsel

Eine Film-Initiative gegen Kindesmissbrauch

Wie bereits vor ein paar Tagen angekündigt, möchte ich euch das Film-Projekt "Hänsel" von Julie Gaston aus Selters-Eisenbach (Taunus) vorstellen. Eine wunderbare Idee die ich mit diesem Beitrag unbedingt unterstützen will. Wie immer ist auch das Projekt "Hänsel" auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Alle Infos dazu gibt´s auf www.startnext.com/haensel So, genug geredet: Selbstverständlich bin ich bereits mit "gutem Beispiel" vorangegangen.

Julie Gaston über ihr Projekt:
Filme bewegen uns in unterschiedlichsten Formen. Die Bilder die laufen lernten eröffneten eine Kunstform in welcher viele Filmemacher große Möglichkeiten sahen, Ideen und vor allem Gefühle zu den Zuschauern zu transportieren. Filme erzählen Geschichten. Die Geschichte von „Hänsel und Gretel“ kennt hierzulande jedes Kind. Aber hätten sie vermutet was sich in diesem Märchen verbergen kann?
Projektinitiatorin Julie Gaston hat in diesem Filmprojekt den Tiefenpsychologischen Aspekt hinter der bekannten Erzählung filmisch neu ausgearbeitet; „Mich hat die Bedeutung der Geschichte interessiert, das was die Menschen mit dieser fortbestehen lassen wollten“. Doch bei der Arbeit am Drehbuch stieß sie auf ungeahntes: Hänsel und Gretel behandelt einen Kindesmissbrauch; Das Lebkuchenhaus, die Hexe und die majestätische Ente. Alles Symbole die gedeutet und interpretiert ein grauenvolles Bild abgeben.
An diesem Punkt setzte die Filminitiative an: „Wir möchten Betroffenen eine Plattform bieten und mit Hilfe dieses Films direkt an Schulen oder anderen öffentlichen Einrichtungen einen Gesprächseinstieg bieten.“ so Julie Gaston. “Umgebe dich mit Menschen, die die selbe Mission haben wie du” war nun die Deviese und ein Kooperationspartner war schnell gefunden: der Verein „Finger weg von unseren Kindern e.V.“ erklärte sich bereit das Projekt "in vollem Umfang zu unterstützen”.

Neben weiteren Sponsoren wie z.B. dem Autohaus Weichel, Architekturbüro Hamm&Partner, ABID, Stilger&Stahl und eine beachtliche Anzahl von Privatleuten, konnte der Film mit der Hilfe des Vereins finanziert, organisiert und umgesetzt werden. Der Dreh fand in und um das beschaulichem Eisenbach im Taunus statt. Realisiert wurde die Initiative von Filmschaffenden aus ganz Deutschland, welche ihre Arbeit entgeltfrei zur Verfügung stellten. Für die Hauptrolle Hänsel konnte der international ausgezeichnete Marvin W. Jones faus Kronberg gewonnen werden. Johana Munzarova aus Prag spielt die Mutter und gleichzeitig die Hexe. Kinsey Binzen aus Hofheim wurde für die Rolle der Gretel besetzt, sowie ihr Bruder Mika Binzen als Double für Marvin W. Jones. An insgesamt 4 Hauptdreh– und einem Nachdrehtag entstanden die Aufnahmen in und um Eisenbach.
Mit einem laut brummelndem Generator im Wald, ohne Heizung in einer eiskalten Halle jedoch vielen fleißigen Händen und warmen Herzen unterstütz, konnte das Projekt gar nicht schief gehen. Trotz eisigen Temperaturen gelang es die Vision auf digitalen „Film“ zu bannen und der Witterung, sowie den eher mageren Ausgangsedingungen zu trotzen. Es mussten einige Gefallen eingelöst und Klinken geputzt werden damit dieser Film gedreht werden konnte. Mit einem Budget von insgesamt 5.000 Euro spricht man in der Filmbranche umgangssprachlich von einem „No Budget“ Film. Dennoch hat es der Film erfolgreich in die Nachbearbeitungs-Phase geschafft und wird voraussichtlich bis Mitte September fertig gestellt werden. Die Initiative schreitet voran, wenn auch mit erheblichen Belastungen. Denn die Produktion hat Kosten verursacht. Kosten welche es derzeit noch zu decken gilt. “Hier kommt unsere Crowdfundingkampagne ins Spiel.” erläutert Julie Gaston in einem Video.



Ehrlich und offen erklärt Sie die Hintergründe dieser digitalen Unterstützungssuche. „Hier geht es nicht darum einen von vielen Filmen zu finanzieren, sondern darum den Grundstein für eine weitreichende Kampagne zu legen“ - Julie Gaston. Das Prinzip ist denkbar einfach: Gegen eine Spende an die Filminitiative erhält der Spender/in eine Vergütung. Je nach Betrag kann hier also vom fertigen Film bis hin zu Originalkostümen eine Menge „erspendet“ werden. Und das für einen mehr als guten Zweck. Wird der vom Team angelegte Betrag von 4.000 Euro bis zum 12. Juli 2015 erreicht, ist das Projekt erfolgreich finanziert. Wenn nicht gehen Sie leer aus. „Alles oder nichts“ fasst Roland Bardosi, Produzent der Filminitiative das Prinzip zusammen. Die Hälfte der Zeit ist bereits verstrichen. Bisher kamen rund 1.000 Euro zusammen und die ersten Unikate der Vergütungen sind bereits vergeben. Den Film gibt es jedoch schon für den geringsten Spendenbetrag zu sehen. „Es ist eben keine klassische Spende“ führt Bardosi aus „jeder Unterstützer erhält mehr als nur bspw. eine klassische DVD. Wir möchten auf beiden Seiten einen Mehrwert schaffen“.
In jedem Falle ist diese Kampagne einen Besuch wert und ist unter www.startnext.de/haensel zu erreichen. Gerne gehen die Initiatoren hier auch auf gezielte Fragen oder Kommentare ein. Doch wohin soll es nach der Finanzierung gehen? Auch hierüber hat man sich bereits Gedanken gemacht und kooperiert mit dem deutschen Kinderschutzbund soviel zahlreichen anderen Initiativen. Interessierte Sozialarbeiter, Fachpersonal im Erziehungsbereich, sowie Lehrer und Direktorinnen sind bereits kontaktiert. Das Projekt soll sprichwörtlich Schule machen. Eine gesamte Präventionsplattform darf es laut der Gründerin werden. Und sie strahlt zuversichtlich während Sie ausführt, wo dieser Film hinführen könnte. „Es ist das bedeutendste und intensivste Projekt, welches ich bisher auf die Beine gestellt habe. Zu Beginn konnte ich mit überhaupt nicht vorstellen, wohin das alles führen wird...“
Doch der Film alleine ist nur Anstoß für das Konzept. Lehrmaterial, geschulte Mitarbeiter und vor allem der vorbereitete Umgang mit Kindern, welche sich in vergleichbar schweren Situationen befinden werden benötigt. Zur Zusammenfindung möglicher interessierter Unterstützer und Einrichtungen wird das geplante Premierenforum dienen. Das Kinopolis in Sulzbach sowie das Deutsche Filmmuseum Frankfurt stellen hierfür eigens ihre Räumlichkeiten zur Verfügung. „Es ist einfach traumhaft, welche Türen uns geöffnet werden. Wir sind sehr dankbar hierfür“. Neben der Vorführung im Kino wird hier das Präventionsforum „Hänsel“ vorgestellt und angeboten. Eine Plattform für Interessierte, Betroffene sowie Unterstützer. „Wir erhoffen uns nicht nur regen Austausch, sondern auch neue bereitwillige Kooperationspartner“ formuliert Roland Bardosi seine Wünsche an die Veranstaltung. Neben ersten Entwürfen für die Unterrichtskampagne wird es hier auch Einblicke hinter die Kulissen geben, sowie die Möglichkeit mit den Machern direkt zu sprechen. Alle Interessierten werden herzlich zu diesem Forum eingeladen, Anmeldungen sind erwünscht und werden über Email (info@les-gastons.com) gerne angenommen.
Termine:
20. September 2015 11-13 Uhr im Kinopolis in Sulzbach (MTZ).

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen