Dienstag, 9. Juni 2015

Jörg läuft den Wispertalsteig

5. Juni 2015: Natur, Kultur und wunderbare Aussichten

Das diesjährige lange Fronleichnam Wochenende verbringen wir mit Freunden auf dem Campingplatz “Wisperpark” im Wispertal im Naturpark Rhein-Taunus in der Nähe von Lorch am Rhein (Hessen).

Für den Samstagnachmittag steht kein Programmpunkt an und die Familie beschließt, die Zeit zum Ausspannen zu nutzen. “Gelegenheit macht Läufe”...oder so ähnlich lautet doch das Sprichwort? Ich entschließe mich nicht ganz spontan, den Wispertalsteig zu laufen.
Es ist ja nicht so, als hätte ich im Rahmen der Reisevorbereitungen keinen prüfenden Blick ins WorldWideWeb geworfen. Man muss ja schließlich wissen wo man hin fährt.
Der Wispertalsteig ist ein Premiumwanderweg, angelegt als Rundkurs, der mit einer Streckenlänge von 15 km angegeben ist. Laut meinem Garmin sind es allerdings 17 km. Als Start-Zielpunkt habe ich in weiser Voraussicht den Wanderparkplatz hinter der Laukenmühle gewählt. Eine gute Wahl, denn nach getaner Arbeit kann man seine Speicher auf der schattigen Terrasse mit isotonischen Getränken optimal auffüllen. 

Bei meiner Ankunft auf dem Wanderparkplatz zeigt mir mein Thermometer knackige 31 °C an. Optimal, denn ich möchte den heutigen Lauf nutzen, um noch ein paar Erfahrungen beim Laufen in großer Hitze zu sammeln. Bis zu meinem 24-Stunden-Benefizlauf gegen sexuellen Missbrauch an Kindern auf dem Blasiussteig sind es noch genau 6 Wochen und Mitte Juli ist mit ähnlichen Temperaturen zu rechen. Da will ich gut vorbereitet sein. Außerdem bietet der heutige Lauf mit seinen 670 Höhenmetern gleichzeitig ein gutes “Bergtraining”. Ganz abgesehen von den Spezialeffekten habe ich nach meinem Kniedesaster noch großen Aufholbedarf und kann mich wohl kaum auf irgendwelchen alten Lorbeeren ausruhen.




Gut ausgebaute "Forstautobahn"



Puh, warm laufen brauch ich mich nicht. Die ersten zwei Kilometer geht´s schon mal stramm den Berg rauf. Jetzt wünsche ich mir meinen “weißen Allradantrieb” herbei aber Nanuk ist für diese Temperaturen nicht gemacht. Der hat jetzt Sommerpause und genießt die Zeit im Schatten. Dafür kann ich im Sommer wieder mit Musik im Ohr laufen. Ist zwar nur ein schwacher Trost, hat aber auch was.

Insgesamt ist der Wispertalsteig kein Highlight in Bezug auf´s Trailrunning. Dafür ist mir der Anteil an geschotterter “Forstautobahn” zu groß. Der Anteil an Wiesen und Singletrails beträgt max. 20 %. ABER dafür wird man mit idyllischen Plätzen, wunderbaren Ausblicken in den Taunus, viel Ruhe und Natur belohnt. Besonders gut hat mir der “Werkerbrunnen” nach ca. der Hälfte der Laufstrecke gefallen. Dieser historische Sauerborn (Brunnen) mit seiner außergewöhnlich schönen Brunnenstube stammt ursprünglich aus dem Jahr 1783. In der kurfürstlichen Vertriebsstelle in Mainz konnte man damals 10 Krüge des Wassers für einen Gulden erwerben. 1875 wurden ca. 60.000 dieser Krüge verkauft. Anfang des 19. Jhd. wurde der Verkauf jedoch aus Kostengründen eingestellt. Die heutige Brunnenfassung und die Überdachung wurden allerdings erst in den 1930er vom Reichsarbeitsdienst errichtet (Quelle: Infotafel am Eingang zur Brunnenstube). 

Der Eingang zur Brunnenstube

Jetzt mal ehrlich:
das hat doch was von "Indiana Jones"
und "Tomb Raider" 
oder? 





Wer lesen kann ist klar im Vorteil
 

Das phantastische Farbenspiel des sattgrünen Farns an den Wänden der Brunenstube im Kontrast zum rostroten Natursteinboden im Licht der Nachmittagssonne hat mich so beeindruckt, dass ich den Warnhinweis am Brunneneingang komplett ignoriert habe. Mit dem kohlensauren Wasser kann auch Kohlendioxid austreten, was zu schweren Unfällen durch Ersticken führen kann. Berufsbedingt hätte ich das ja eigentlich wissen müssen. Also: Nie allein in irgendwelche Schächte oder Gruben steigen!

Die zweite Hälfte der Strecke bietet mir noch Gelegenheit, die 1653 erbaute St. Nikolauskirche in Espenschied zu bewundern und dort meinen Wasservorrat aufzufüllen.


Idylle pur



St. Nikolauskirche in Espenschied

Das war hoffentlich Trinkwasser!


Noch ein letzter Blick von oben auf die Ruine der Laukenburg genießen und dann heißt es wieder “downhill” zurück zum Wanderparkplatz. Jetzt aber nix wie raus aus den FiveFingers und dann ab in Richtung schattiger Terrasse zu den isotonischen Sportgetränken. Ich wünsche euch viel Spaß beim Selberlaufen!

....well done "Barefoot Jim" 

Perfekter Abschluss!

Hier wie immer: der GPS-Track zum runterladen und nachlaufen!

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