Freitag, 30. Januar 2015

Samojeden Power - Platz 2 für Team Nanuk

24./25. Januar 2015:
34. internationales Schlittenhunderennen in Liebenscheid/Westerwald

Das Jahr 2014 ging für uns mit dem 3. Platz beim Silvesterlauf in Montabaur erfolgreich zu Ende. 2015 beginnt mit Platz 2 in der Klasse “Cani Cross Reinrassig” sehr viel versprechend. Da das Thema Platzierung bei uns eher eine untergeordnete Rolle spielt, will ich gar nicht viel mehr dazu schreiben sondern euch lieber von dem großartigen “Drumherum” der Veranstaltung berichten.

"Team Samojedenzauber" und "Team Nanuk"

Ein ganzes Wochenende im Zeichen unserer Schlittenhunde. Was kann es Schöneres geben? Auf das diesjährige Rennwochenende in Liebenscheid freue ich mich schon lange. Nicht zuletzt weil Michael Scholz und ich uns endlich persönlich kennen lernen können.

Michael hat drei Samojeden und engagiert sich seit langem für “Samojeden in Not e.V.”. Auf seiner Internetseite www.samojedenzauber.de könnt ihr euch außerdem anschauen was man alles mit unseren wunderbaren Hunden unternehmen kann. Ach ja, nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass Michael Platz 1 in der Klasse “Cani Cross Reinrassig” belegt hat. Auf den 3. Platz ist Tobias Laufer mit seinem Siberian Husky gelaufen.

Ein echtes Schlittenrennen konnte auch in diesem Jahr mangels Schnee leider nicht stattfinden. Dies ermöglicht jedoch die Starts in den Klassen Cani Cross (Läufer), Bike-Jöring (Fahrrad) sowie Dog Scooter (Roller). Bei Schneerennen müssen Läufer, Biker und Scooter in die Klasse “Skijöring” mit Langlaufski und Skatingtechnik wechseln. Die Fahrer der größeren Gespanne fahren wieder mit ihren Trainingswagen.

Der "Stake Out" am Samstagmorgen

Am Samstagmorgen starten wir bei -4 °C auf steinhart gefrorenem Boden zum ersten Rennen. Die Strecke ist rund 5,5 Kilometer lang und von den Helfern im Vorfeld optimal präpariert und markiert worden. Man muss eigentlich nur darauf achten nicht über irgend so einen gefrorenen Knubbel zu stolpern oder auf einer gefrorenen Pfütze auszurutschen. Den Streckenverlauf könnt ihr euch in der Karte anschauen und wer mag gerne als GPS-Track herunterladen, um ihn bei Gelegenheit nach zu laufen.


Die Teilnehmer werden wie immer per Einzelstart auf die Strecke geschickt. Generell hat dies den großen Vorteil, dass es anders als bei reinen Volksläufen ohne Hunde (Marathon etc.) im Startblock nicht zum Gedrängel kommt. Bei Nanuk bzw. Samojeden allgemein führt der Einzelstart jedoch dazu, dass er nach kurzer Starteuphorie mit kräftigen Vorausziehen schnell zu bummeln beginnt da der Sichtkontakt zu den anderen Teilnehmern abreißt. Da die Worte “Rennen” oder “Wettbewerb” für ihn keinerlei Bedeutung haben versucht Nanuk das Ganze erst einmal ganz langsam anzugehen in dem er sich zurückfallen lässt oder einfach nur ruhig neben mir her läuft. Um wirklich auf Touren zu kommen braucht er immer einige Kilometer, die wir heute allerdings nicht haben. “Nanuk, für so was haben wir doch heute keine Zeit!” Spätestens jetzt zeigt sich, ob ich in der Lage bin ihn soweit anzuspornen, dass wir wieder an unser Sprinttempo herankommen. Hier ist viel Geduld und das Einfühlungsvermögen des Mushers gefragt. Mit Druck erreicht man bei Samojeden gar nichts. Obwolh ich mir alle Mühe gebe, quittiert Nanuk meine Motivationsversuche mit einem fragenden Blick und …. ich glaub, er hat sogar ein wenig gegrinst….

Wie gut, dass uns nach etwa der Hälfte der Strecke das erste Bike-Jöring Team überholt. Die beiden rauschen mit gefühlten 100 km/h an uns vorbei und ich kann sehen wie es in Nanuks Kopf “Klick” macht. Ohren hoch - die Jagd ist eröffnet. Mit einem kräftigen Ruck zieht er an und gibt Gas. “Jörg mein Freund, JETZT können wir Tempo machen!” Das ist dann in etwa so, als wenn man den Hund austauscht. Mitunter zieht Nanuk so stark, dass ich ihn wieder bremsen muss um keinen Sturz auf dem glatten Trail zu riskieren. Wir kommen mit einer Zeit von 25:35 als zweit platziertes Team ins Ziel. Zweiter Platz heißt aber nicht gleichzeitig, dass wir uns auf Lorbeeren ausruhen können. Morgen ist das zweite Rennen und die beiden Zeiten werden addiert. Nur die Gesamtzeit zählt.

Anders als andere Hunde hinterfragen Samojeden das was man von ihnen möchte. Wenn sie für sich einen Sinn in ihrem Auftrag sehen bzw. sich davon einen Vorteil versprechen ist es für sie in Ordnung aber wenn nicht - tja, dann eben nicht. “Einfach nur so schnell laufen weil mein Musher das will - nöööö, auch nicht für ein paar Leckerchen.” Daher ist es bei einem Sprintrennen für uns immer wichtig, dass wir Sichtkontakt zu anderen Läufern oder Hunden haben und halten. Bei Sichtkontakt heißt das für Nanuk: Da ist jemand zum toben und spielen - da muss ich unbedingt hin! Bei den Langdistanzen (Marathon etc.) die Nanuk und ich sonst laufen ist das alles nicht so wichtig, da wir dann ohnehin deutlich langsamer unterwegs sind.

Nach dem Lauf heißt es erst einmal Nanuk mit allem nötigen versorgen und dann einen heißen Kaffee für den Papa. Während der Mittagspause gibt es eine Vorführung der “BRH Rettungshundestaffel am Rothaarsteig e.V.”. Die sehr eindrucksvolle Arbeit mit den Hunden hat mir wieder einmal mehr gezeigt, wie vielfältig und aufregend man das Zusammenleben mit seinem Hund gestalten kann. Wer einen Hund hat und sich auf Dauer mit den abendlichen Gassirunden zufrieden gibt, ist selbst schuld.

Der Rettungshund zeigt eine "vermisste Person" an

Nach so viel frischer Luft bekommt auch der stärkste Musher irgendwann Hunger - also ran an die Erbsensuppe aus “Arnos Gulaschkanone”.

Für den legendären Musher-Ball am Samstagabend wurde die Band “Cadi Country Rock” engagiert. Mit stilechter Live-Musik, netten Menschen und guten Gesprächen über Hunde, Hunde und Hunde lassen wir den Abend ausklingen.

Musher-Ball mit stilechter Live Musik 

Wie vom Wetterdienst vorhergesagt liegt in Liebenscheid am Sonntagmorgen Schnee. Allerdings reichen die paar Zentimeter für ein Schlittenrennen nicht aus und so bleibt alles beim alten. Es ist deutlich wärmer als am Vortag und der Boden ist leicht angetaut. Das ist ein großer Vorteil beim Laufen da der Fuß nicht so hart aufsetzt. Leider sieht man durch den Schnee aber auch die Eisstellen nicht mehr.

Der Startblock mit Stake Out (rechts) am Sonntagmorgen

Nach dem Aufwärmen gehen wir konzentriert an die Startlinie

Nanuk begrüßt seine Fans - heeeeuuuuuulllll

5, 4, 3, 2, 1 ....Go, Go, Go

Die Zuschauer feuern uns ordentlich an, Danke!

Noch macht Nanuk ordentlich Pace - © Markus Mankel

Kaum haben wir Carmen und Colin passiert bremst der Kerl ab. - © Markus Mankel

Die Streckenverhältnisse sind etwas besser als am Samstag

Team Samojedenzauber mit Michael und Yuma beim 2. Start.

Es sind erheblich mehr Zuschauer gekommen als gestern. Der Startblock ist von beiden Seiten dicht besetzt. Jeder Starter wird unter großem Beifall und Anfeuerungsrufen auf die Strecke geschickt. Das weckte ihn mir die Hoffnung, dass Nanuks Motivation etwas länger anhält als beim ersten Lauf, aber da ist er sich selbst treu. Nicht genug, dass er bereits sehr langsam losläuft, kaum waren wir hinter der ersten Kurve verschwunden wechselte Freund Fellnase wieder in den Bummelschritt. Hat eigentlich nur noch gefehlt, dass er sein Picknick-Körbchen hervorholt. Was soll´s, der Rest des Lauf verläuft genau wie gestern - ich warte also geduldig auf den ersten Biker. Zielzeit: 25:14.

Auf der abschüssigen Zielgeraden können wir noch mal so richtig aufdrehen. Die Anfeuerungsrufe der Zuschauer tragen uns ins Ziel. In der “Fankurve” im Zielbereich wartet bereits meine Frau Carmen, unser großer Sohn Colin, meine Geschwister mit Familie, Michael und viele Samojedenfreunde. Ich muss zugeben, das ist schon ein genialer Moment, für den allein es sich lohnt an solch einem Rennen teilzunehmen.

Noch ein paar Meter, dann haben wir es geschafft!

Yeeeaaahhhh

Das war richtig gut! Ich werd´ noch ein Adrenalinjunkie - © Markus Mankel

Kollege Schäferhund wollte unterwegs spielen....

Startnummer 1 ist die Nummer 1. 

Mein lieber Neffe gratuliert mir und freut sich mit uns.

Die Musher bei der Analyse des Rennens.

Die "Jungs" freuen sich auch.

Hey Samojedenpower!

"Schwesterherz (rechts) schön, dass ihr auch da wart." - © Markus Mankel

Obwohl Nanuk jetzt bereits mehr als drei Jahre bei mir ist, hat es sich bislang leider nie ergeben, dass wir andere Samojeden getroffen haben. Die drei Samys von Michael waren somit die ersten und mein absolutes Highlight des Wochenendes. Am Sonntag bekommen wir dann noch Verstärkung von weiteren Samojedenfreunden, so dass wir mit insgesamt 11 Samojeden vor Ort sind.
 
Endlich lernen wir auch andere Samojeden kennen - einfach klasse!

Die Zeit bis zur Siegerehrung nutzen wir mit dem Austausch der Adressen und tollen Gesprächen. Da Michael durch seinen Doppelstart auch den Dog Scooter an Bord hat lassen wir uns die Gelegenheit nicht nehmen das Ding mal auszuprobieren. Colin und ich drehen mit Nanuk je eine kleine Runde und ich muss sagen: das hat super funktioniert. Damit rückt der Dog Scooter auf meiner Wunschliste der Dinge, die ein echter Musher so braucht, wieder ganz nach oben.

Siegerehrung Klasse Cani Cross Reinrassig
Platz 1: Michael Scholz
Platz 2: Jörg Schimitzek
Platz 3: Tobias Laufer

"Fette Beute"


Colin versucht sich am Dog Scooter. "Sieht super aus Großer."  

Für mich war dieses Wochenende gleichermaßen erfolgreiche wie erlebnisreiche und bleibt unvergesslich. Abschließend möchte ich unseren “Fotografen” Beate, Colin und Markus sowie allen Organisatoren, den Helfern, der Rennleitung, der Freiwilligen Feuerwehr Liebenscheid und allen Zuschauern die zu diesem tollen Erlebnis beigetragen haben “DANKE” sagen. Wir sehen uns im nächsten Jahr.

Start




Zieleinlauf:




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