Montag, 15. Dezember 2014

"Gegen die Angst" - Hilfe für Bea und Tanja

Start der neuen Aktion von "Jörg läuft gegen Missbrauch" 

Es ist so weit! Die Vorbereitungen zur neuen Aktion von “Jörg läuft gegen Missbrauch” sind abgeschlossen. Sie heißt: “Gegen die Angst”. Viele Monate Arbeit in Form von Recherchen, Treffen, zahlreichen Telefonaten und persönlichen Gesprächen liegen hinter mir. Jetzt kann es endlich losgehen. Mit dem heutigen ersten Beitrag möchte ich Sie zunächst mit dem Thema der Aktion “PTBS als Folge von Misshandlung und sexuellem Kindesmissbrauch” vertraut machen.



Kennen Sie das Gefühl von Angst? Ich meine nicht das unbehagliche Gefühl, dass einen beim Anschauen eines Thrillers beschleicht um sich gleich danach in ein Schmunzeln über die eigene “Angst” zu verwandeln. Ich meine echte, unkontrollierbare Angst, die in Panik umschlägt. Jene Angst die einen unbarmherzig und unvorhersehbar immer wieder heimsucht, die Kontrolle über das eigene Leben, ja zeitweise sogar über den eigenen Körper verlieren lässt. Die Angst, die die eigene Existenz gefährdet. Angst vor dem Alltag, Angst vor Menschen, Orten und Situationen, Angst vor der Öffentlichkeit, Angst vor dem Einschlafen, Angst vor den Albträumen, die sie heimsuchen, Angst vor der Weite, Angst vor Nähe, Angst vor allem und jedem bis hin zur Angst vor der eigenen Angst!



Es ist gut, dass Sie diese Angst nicht kennen, denn es würde bedeuten, dass Sie zu den Menschen gehören, die mit diesen Ängsten leben müssen. Sie würden die Öffentlichkeit meiden und ihr Leben in der Isolation verbringen. Ihre eigenen vier Wände würden zum einzigen sicheren Ort auf dieser Welt werden, den sie freiwillig nur in absoluten Ausnahmefällen und dann auch nur in Begleitung verlassen könnten. Sie könnten den Menschen in Ihrem Umfeld diese Angst nicht einmal erklären. Niemand würde verstehen, warum ihre Angst es ihnen unmöglich macht, zur Bäckerei auf der anderen Straßenseite zu gehen. Es würde auch niemand verstehen, warum sie schweißgebadet sind und am ganzen Körper zittern, sobald man ihnen zu nahe kommt. Mit sehr viel Glück hätten Sie vielleicht einen Lebenspartner an ihrer Seite, der ihre Angst zwar nicht selbst nachempfinden kann, sie aber so akzeptiert und annimmt, wie sie sind. Es ist gut, dass Sie diese Angst nicht kennen!

Menschen, die mit diesen Ängsten leben müssen, leiden sehr unter ihrem “anders sein”. Sie verlieren oft jeden sozialen Kontakt und sind nicht mehr in der Lage am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Ein reguläres Arbeitsverhältnis aufrechtzuerhalten ist eine nicht mehr zu leistende Herausforderung. Der Verlust des Arbeitsplatzes hat neben den sozialen Aspekten desaströse finanzielle Folgen. Um wenigstens über das Existenzminimum zu verfügen, können Betroffene die unter extremen Ängsten leiden unter Umständen krankheitsbedingt eine minimale Rente beziehen oder müssen auf soziale Grundsicherung zurückgreifen.

Menschen, die mit diesen Ängsten leben müssen, haben Schlimmes gesehen und erlebt. Sie wurden mit diesen Ängsten nicht geboren, sie haben sich dieses Leben nicht ausgesucht. Extreme Formen von Angst sind das Ergebnis einer tiefen seelischen und psychischen Verletzung - eines Traumas. Das Trauma kann ganz allgemein durch das Erleben oder Miterleben einer einmaligen oder wiederkehrenden, besonders bedrohlichen bis lebensbedrohlichen Situation wie z.B. eine Katastrophe oder ein Verbrechen ausgelöst werden.

Wenn zwischen der Traumatisierung bzw. dem Erleben des bedrohlichen Ereignisses und dem Auftreten der Symptome eine bestimmte Zeitspanne liegt, spricht man von einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Oft wird das Symptom Angst noch von vielen weiteren Symptomen wie Depressionen, Veränderungen der Persönlichkeit, Albträume oder Erinnerungsatacken (Flashbacks), Essstörungen, extremer Wachsamkeit oder körperlichen Beschwerden begleitet. Diese Kombination macht die Situation der Betroffenen um so schwieriger.

Körperliche und seelische Misshandlungen im Kindes- und Jugendalter sowie sexueller Kindesmissbrauch führen bei den Opfern zu besonders schwerwiegenden und tiefsitzenden Verletzungen (Traumen) an Seele bzw. Psyche. Während die körperlichen Wunden langsam verheilen, blieben die psychischen Wunden ein Leben lang unwiderruflich bestehen. Entgegen der allgemeinen Vorstellung, dass sich eine Traumatisierung durch Therapien rückgängig machen bzw. “heilen” lässt, muss man sagen, dem ist leider nicht so. Betroffene können im besten Fall lernen, die Folgen der erlebten körperlichen und psychischen Gewalt und der eigentlichen Missbrauchshandlungen als Teil ihres Lebens zu akzeptieren. Im nächsten Schritt gelingt es manchmal gemeinsam mit erfahrenen Traumatherapeuten Strategien zu entwickeln, die ein lebenswertes Leben mit dem Trauma und den Folgen (Suchtkrankheit, Depressionen, Angst etc.) möglich machen.

Viele der Opfer durchlaufen eine regelrechte Ärzte und Therapeuten-Odyssee, bis man ihnen überhaupt helfen kann. Doch dann kommt es nicht selten vor, dass der behandelnde Therapeut die heute zur Verfügung stehenden therapeutischen Möglichkeiten nur in unzureichendem Maße ausschöpfen kann. Der Grund dafür liegt häufig bei den Krankenkassen. Sie weigern sich aus nicht nachvollziehbaren Gründen schlichtweg spezielle Therapien zu finanzieren. Die Opfer erhalten einen Ablehnungsbescheid und werden mit ihrer Situation allein gelassen.

Ich habe zwei junge Frauen kennengelernt die als Kinder körperliche und seelische Misshandlungen und sexuellen Missbrauch erlebt haben und bis heute unter den komplexen Folgen ihrer Traumatisierung leiden. Helfen könnte Ihnen ein speziell ausgebildeter PTBS-Assistenzhund. Aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung sind beide arbeitsunfähig und bedingt durch die Ablehnung der Kostenübernahme für diese Maßnahme seitens der Krankenkasse auf fremde Hilfe angewiesen. Mit “Jörg läuft gegen Missbrauch” werde ich mich ab 2015 gezielt für Bea und Tanja einsetzen.

Laufen und Helfen: Gemeinsam mit Nanuk werde ich auch 2015 für “Jörg läuft gegen Missbrauch” an den Start gehen. Ich werde wieder Kilometerpaten suchen und für deren Spende viele hundert Kilometer laufen. Ich habe mich bereits jetzt schon bei zahlreichen Landschaftsläufen sowie Trail- und Cani-Cross Wettbewerben angemeldet und werde auch im kommenden Jahr wieder eigene Benefiz-Laufveranstaltungen organisieren. Es ist also alles vorbereitet. Jetzt benötige ich nur noch Ihre Unterstützung damit wir gemeinsam Bea und Tanja helfen können.


Hier schon mal ein paar Termine vorab:

  • Offizieller Start der Aktion “Gegen die Angst” mit einem Lauf auf dem Westerwaldsteig im Dezember 2014/Januar 2015, je nach Wetterlage - Marathontrail
  • 31.12.2014: Sylvesterlauf in Montabaur, Cani Cross Sprintrennen
  • 24.-25. Januar 2015: 34. Internationales Schlittenhunderennen in Liebenscheid im Westerwald - Cani Cross Sprintrennen
  • 26.-29. März 2015: 2. Pfälzer Berglandtrail - Mehrtages-Ultratrail über 120 km
  • Juli 2015: Laufevent von “Jörg läuft gegen Missbrauch”....mehr wird noch nicht verraten.
  • 3. Oktober 2015: 5. Westerwaldsteig-Halbmarathon am Wiesensee
  • Oktober 2015: 29. Löwenlauf in Hachenburg - Marathontrail 

Wie sie durch eine Spende Kilometerpate werden und helfen können erfahren sie im nächsten Beitrag am 21.12.2014. Bleiben Sie auf dem Laufenden. 

Wir sehen uns wie immer im Ziel!

Jörg

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