Sonntag, 21. Dezember 2014

Aktion Gegen die Angst - Update #1

Wie wir Bea und Tanja helfen können

Mit meiner ersten Aktion gegen Missbrauch - LebensLauf 2013/2014 - bin ich in die Offensive gegangen. Mit der Veröffentlichung meiner eigenen Biografie als Betroffener habe ich ein Zeichen gesetzt. Mein damaliges Ziel war, ganz allgemein auf das Thema sexualisierte Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen aufmerksam zu machen.

Ich lerne "Valentino" kennen, den PTBS-Assistenzhund von Bea

“Gegen die Angst” heißt meine neue Aktion. Ab 2015 engagiere ich mich für zwei heute erwachsene junge Frauen die als Kinder Opfer von körperlicher und seelischer Gewalt innerhalb der eigenen Familie und sexuellem Missbrauch wurden.


In zahlreichen sehr persönlichen Gesprächen haben mir die beiden Betroffenen Bea und Tanja Einblicke in ihr Leben und ihren jetzigen Alltag gewährt. Ich habe zwei Menschen kennen gelernt deren Chance auf eine normale Entwicklung und ein glückliches Leben bereits in der Kindheit durch sadistische/pädophile Täter brutal und rücksichtslos zerstört wurde.

Beide leiden seitdem an einer schweren Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) die sich durch eine komplexe Symptomatik äußert. Auch die langjährige therapeutische Begleitung die bis heute andauert kann das erlebte Trauma nicht kompensieren. Für die Betroffenen am schwersten zu ertragen sind die ständigen Angstzustände und Panikattacken die unberechenbar und unvorhersehbar auftreten.

Schuldlos an ihrer Situation versuchen sich Bea und Tanja seitdem mit all ihrer Kraft und der Hilfe von Therapeuten zurück ins Leben zu kämpfen. Trotz aller Widrigkeiten und zahlreicher Rückschläge haben sie sich selbst nie aufgegeben. Den Willen zu überleben kann man in ihren Augen sehen.

Für Bea und Tanja gibt es Hoffnung. Ein eigentlich nicht neuer, nur recht unbekannter Therapieansatz bietet beiden die Chance sich ihren Platz im Leben, den sie mehr als verdient haben, zurück zu erobern. Parallel zur eigentlichen psychotherapeutischen Betreuung kommt ein PTBS-Assistenzhund zum Einsatz. Assistenzhunde sind speziell trainierte Hunde die einem Menschen mit einer PTBS zur Seite stehen und Sicherheit geben. Sie sind “rund um die Uhr” bei ihrem Menschen, eine notwendige Sicherheit, die von einem Therapeut nicht realisierbar ist. Die Notwendigkeit und Effektivität eines PTBS-Assistenzhundes ist identisch mit der eines Blindenfürhundes. Auf die speziellen Anforderungen für PTBS-Assistenzhunde und deren genaues Aufgabenfeld gehe ich in einem der nächsten Beiträge detailliert ein.

Die Anschaffung und Ausbildung eines PTBS-Assistenzhundes ist aufwendig, langwierig und teuer. Die Kosten werden, wie sollte es auch anders sein, nicht von der zuständigen Krankenkasse getragen obwohl die Anschaffung des Assistenzhundes durch die jeweils behandelnden Therapeuten ausdrücklich empfohlen wurde. Wieder einmal mehr lässt man die Betroffenen allein was zur Folge hat, dass Bea und Tanja die Finanzierung der Hilfe selbst bewerkstelligen müssen. Neben der Beantragung der Kostenübernahme durch die Krankenkassen haben Bea und Tanja gemeinnützige Vereine, Stiftungen, persönliche Kontakte und andere Hilfsorganisationen um weitere Hilfe gebeten. Beiden Frauen fehlt auf Grund der Schwere ihrer Erkrankung die Kraft dies alles allein zu realisieren.

Der gemeinnützige Verein Fidelius e.V. hat sich unter dem Vorsitz von Katja Gütlein zur Aufgabe gemacht, das Thema “Assistenzhunde” in Deutschland zu etablieren. Der Verein übernimmt nicht nur die wichtige Öffentlichkeitsarbeit, er steht Hilfesuchenden auch mit Beratung und konkreter Hilfe zur Seite. Dazu zählt u.a. die Unterstützung bei der Suche nach einem für die jeweilige Person geeigneten Hund. Des Weiteren arbeitet der Verein mit auf die Ausbildung von PTBS-Hunden spezialisierten Hundetrainern zusammen und vermittelt hier den Kontakt. Mit der Einrichtung eines Spendenkontos schafft der Verein einen sicheren Rahmen für eine spendengestützte Finanzierung und übernimmt für die Betroffenen die administrativen Aufgaben.


PTBS-Assistenzhunde werden bereits seit den 1990er Jahren in den USA bei der Traumabehandlung von Kriegsveteranen eingesetzt. Seit einigen Jahren wird diese Methode auch zur Behandlung deutscher Bundeswehrsoldaten sowie bei traumatisierten Angehörigen von Polizei und Rettungsdiensten angewandt. Ich frage mich persönlich: wie kann es also sein, dass sich deutsche Krankenkassen trotz dieser nachweisbaren Erfolge bei der Behandlung schwerster Posttraumatischer Belastungsstörungen durch den Einsatz von Assistenzhunden entspannt zurücklehnen und so tun als ob es sie überhaupt nichts angeht?

Gemeinsam mit dem Verein Fidelius e.V. und weiteren beteiligten Organisationen will ich helfen, die Finanzierung der beiden PTBS-Assistenzhunde für Bea und Tanja ab 2015 zu realisieren.

Dazu ist aktuell ein Gesamtbetrag von 22.000 € notwendig.

Ich selbst lebe jetzt seit über 30 Jahren mit dem Trauma und den Folgen der psychischen Gewalt und des sexuellen Missbrauchs dem ich als Kind ausgesetzt war. Ich weiß wie sich die Welt für Bea und Tanja anfühlt und ich weiß wie schwer es ist, die eigene Opferrolle zu verlassen, sein Schicksal als Betroffener anzunehmen damit das eigene Leben wieder lebenswert wird.

Ich werde daher so lange laufen, Kilometer zählen und um Spenden werben bis die Anschaffung und Ausbildung der beiden Assistenzhunde gesichert ist. Gemeinsam können wir es schaffen, wieder ein wenig mehr Hoffnung und Sicherheit in Beas und Tanjas Leben zu bringen.

Jeder kann unsere Aktion “Gegen die Angst - Hilfe für Bea und Tanja” unterstützen!

Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich auf Grund der persönlichen Situationen von der Nennung der vollständigen Identitäten von Bea und Tanja absehe. Von der Richtigkeit beider Fälle habe ich mich überzeugt. Sowohl Bea als auch Tanja haben ihre Situation in einen persönlichen Brief aufgeschrieben und mir mit der Bitte übergeben, diese im Rahmen der Aktion zu veröffentlichen. Keine der beiden Frauen möchte sich verstecken, ganz im Gegenteil. Momentan gibt es jedoch noch zwingende Gründe von einem Gang in die Öffentlichkeit abzusehen.

Wie Sie helfen können:
Besonders wichtig ist die finanzielle Unterstützung durch Ihre Spende

Für die Anschaffung und Ausbildung der beiden PTBS-Assistenzhunde wird ein Gesamtbetrag von 22.000 € benötigt. Die eingehenden Spenden kommen Bea und Tanja als zweckgebundene Mittel zur Anschaffung und Ausbildung ihrer Assistenzhunde zu gleichen Teilen zu Gute. Gehen mehr Spenden ein als erforderlich, wird das Geld für die Hilfe weiterer von sexualisierter Gewalt und sexuellem Missbrauch betroffener Menschen verwandt.

Bitte überweisen Sie Ihre Spenden unter Angabe des Verwendungszwecks “Jörg läuft gegen Missbrauch” direkt auf das Konto des gemeinnützigen Vereins Fidelius e.V.

Fidelius e.V.
Katja Gütlein
Pestalozzistr. 1
91301 Forchheim


Registereintrag: VR 201721 beim Amtsgericht Nürnberg

Vertreten durch:
Katja Gütlein
Tel.: 0 91 91 - 69 87 728
E-Mail: katja-guetlein@gmx.de


Bankverbindung:

Sparkasse Forchheim
IBAN DE79 7635 1040 0020 487948
BIC BYLADEM1FOR
 
Die Gemeinnützigkeit von Fidelius e.V. ist vom Finanzamt Nürnberg anerkannt. Damit ist der Verein berechtigt Spendenquittungen auszustellen die im vollen Umfang von der Einkommenssteuer abzugsfähig sind.

Bitte beachten Sie:
Nach § 50 Abs.2,S.1 Nr.1 EStDV benötigen sie für Zuwendungen bis 200 Euro keine amtlich vorgeschriebenen Zuwendungsbestätigung. Es genügt die Vorlage von Einzahlungsbelegen, Kontoauszügen, Buchungsbestätigungen etc.

Bei Überweisungen >200 Euro bitte den eigenen Namen und die Postanschrift im Verwendungszweck mitangeben. Ohne diese Angaben kann der Verein keine Spendenquittung versenden.


Schreiben und Helfen:
Sie möchten Bea und Tanja mit ihren eigenen Worten Mut machen und sie positiv bestärken. Schreiben Sie gerne eine persönliche Mittelung, ich werde sie weiterleiten.

Schreiben an: Jörg läuft gegen Missbrauch

Sie möchten sich aktiv mit einer eigenen Veranstaltung beteiligen? Ich freue mich auf Ihre Ideen, schreiben Sie bitte an: Aktion für Jörg läuft gegen Missbrauch

Laufen und Helfen: Gemeinsam mit Nanuk werde ich auch 2015 für “Jörg läuft gegen Missbrauch” an den Start gehen. Ich werde wieder Kilometerpaten suchen und für deren Spende viele hundert Kilometer laufen. Ich habe mich bereits jetzt schon bei zahlreichen Landschaftsläufen sowie Trail- und Cani-Cross Wettbewerben angemeldet. Zusätzlich organisiere ich auch im kommenden Jahr wieder eigene Benefiz-Laufveranstaltungen. Es ist also alles vorbereitet. Jetzt benötige ich nur noch Ihre Unterstützung damit wir gemeinsam Bea und Tanja helfen können.

Hier schon mal ein paar Termine vorab:

  • 31.12.2014: Sylvesterlauf in Montabaur, Cani Cross Sprintrennen
  • Januar 2015: Offizieller Start der Aktion “Gegen die Angst” mit einem Lauf auf dem Westerwaldsteig - Marathontrail
  • 24.-25. Januar 2015: 34. Internationales Schlittenhunderennen in Liebenscheid im Westerwald - Cani Cross Sprintrennen
  • 26.-29. März 2015: 2. Pfälzer Berglandtrail - Mehrtages-Ultratrail über 120 km
  • Juli 2015: Laufevent von “Jörg läuft gegen Missbrauch”....mehr wird noch nicht verraten.
  • 3. Oktober 2015: 5. Westerwaldsteig-Halbmarathon am Wiesensee
  • Oktober 2015: 29. Löwenlauf in Hachenburg - Marathontrail
  • 15.12.2014: Vorstellung der Aktion “Gegen die Angst - Hilfe für Bea und Tanja” mit Informationen zum Thema PTBS

Bleiben Sie auf dem Laufenden. In unserm nächsten Beitrag werden wir berichten welche Anforderungen an PTBS-Assistenzhunde gestellt werden und wie sich das Training und die Arbeit mit den Hunden gestaltet. Der Beitrag wird hier ab 29.12.2014 online sein.

Die bisherigen Beiträge zur Aktion:



Seit dem 1.12.2014 bereits zurückgelegte Gesamtstrecke: 57,63 km