Mittwoch, 15. Oktober 2014

Trail Magazin Revierguide: Oberbergisches Land

5. Oktober 2014: Rock´n Roll an der Aggertalsperre 

Die Einladung zur Revierguide Tour des Trail Magazins im Oberbergischen Land erhielt ich aus den Reihen einer Facebook Gruppe. Klar, da klick ich doch den “Teilnehmen” Button. Die Revierguide Touren sind mir ja schließlich ein Begriff und wenn die Tour nur halb so gut wird wie die Fotos im Trail Magazin versprechen, dann lohnt sich die Anreise von 100 Kilometern in jeden Fall.




Gesagt, getan. Heute Morgen rolle ich nach 1,5 Stunden Fahrt auf den Parkplatz in Lantenbach an der Aggertalsperre (Gummersbach) und staune nicht schlecht. Mehr als 100 Trail Runner in Vollausstattung sind zusammengekommen, um mit den Revierguides die lokalen Trails zu laufen. Eines muss man der Crew aus dem Oberbergischen lassen: “Ihr wisst, wie man Feste feiert! Die heutige Trail Rock Party war der absolute Knaller.” 

Ich starte wie immer in meinem “Jörg läuft gegen Missbrauch” Race-Shirt und auch diesmal barfuß bzw. in FiveFingers. Im Rucksack ist alles verstaut, was wir für einen längeren Lauf so brauchen. Wir heißt: Nanuk ist mit von der Partie. Den ersten Halbmarathon nach der Sommerpause haben wir am Freitag auf dem Westerwald-Steig absolviert. Die sommerlichen Temperaturen waren allerdings grenzwertig. Heute ist es Gott sei Dank nicht so heiß. Die aktuelle Temperatur ist ideal zum Laufen. Trotzdem habe ich für den Fall der Fälle ausreichend Wasser im Gepäck. Als ich Freund Fellnase aus dem Auto lasse und er die anderen Läufer sieht gibt´s kein halten mehr. Ganz Samojeden-like begrüßt Nanuk gleich alle freudig mit lautem Heulen und Jaulen.

Ich bin sehr froh darüber, dass ich mit Nanuk laufen darf und er immer an meiner Seite ist. Er gibt mir die Sicherheit, die ich noch oft benötige. Es kostet mich selbst nach 1,5 Jahren “Jörg läuft gegen Missbrauch” immer wieder auf´s Neue viel Überwindung, mein Anliegen und damit die Erlebnisse meiner Vergangenheit für jeden sichtbar, auf meinem Shirt zu tragen. Warum setzte ich mich dennoch bewusst dieser Situation aus? Bei jedem Lauf treffe ich auf Menschen die mir die Gelegenheit geben das Leben von uns Betroffenen zu schildern und damit zu sensibilisieren. Ich beantworte konkrete Fragen wie “Warum hast du nie etwas gesagt”, “Warum hat niemand den Missbrauch bemerkt” oder “Warum kannst du nicht einfach mit der Vergangenheit abschließen”.


Danke Dir Nanuk!

Gestern erreichte mich eine Mail, in der mir eine Betroffene schreibt: “....danke, dass du für uns alle läufts!”  Ja, ich laufe stellvertretend für alle Betroffenen, die momentan noch nicht die Kraft dazu haben, dies selbst zu tun und ich schreibe diese Sätze, um euch Mut zu machen. Mein größter Wunsch ist, eines Tages ein Shirt zu tragen auf dem steht “Wir laufen gegen Missbrauch” - und dieser Tag wird kommen!

Themawechsel: nach einer kurzen Gruppeneinteilung und ein paar Worten von Denis, dem Chefredakteur des Trail Magazin gibt´s noch ein Familienfoto für die Chronik und dann geht´s auch schon los. Ich schließe mich der langsamen 30 Kilometer Gruppe an. Langsam heißt, wir laufen einen 7er Schnitt. Eine wahrhaft weise Entscheidung, denn schnell wird klar, dass die heutigen Tour kreuz und quer durch die Botanik führt und wir nachher ein paar ordentliche Höhenmeter auf den Uhren haben. Um genau zu sein rund 900 HM auf knapp 28 Kilometern. Ich will gar nicht erst versuchen die Strecke detailliert zu beschreiben. Das können die eindrucksvollen Fotos von Gripmaster Stephan viel besser. Meine eigenen sind diesmal leider etwas bescheiden ausgefallen.


Die Revierguides (gelb), Gripmaster Stephan und Denis (Trail Magazin)

Meine Kurzbeschreibung lautet: krass, schön, wild, steil, Downhill, nix für Anfänger.








...und immer wieder schön bergauf.





...und plötzlich wurde es kalt....für´s Trail Running empfehle ich eigenes Haupthaar. 


...und jetzt schön langsam 


Nach gut 14 Kilometern erwartet uns ein super Verpflegungsstand mit selbst gebackenem Kuchen, Bananen und Getränken. Der Kuchen war genial, die Pause zu kurz. Nach gefühlten 30 Sekunden (naja gut, es waren schon 10 Minuten) brüllt jemand “ey weiter” und ich denke ok, das meiste haben wir wohl hinter uns!” Falsch: Es lag vor uns. 

Beim bergauf laufen können Nanuk und ich das Tempo gut mithalten. Bei den Downhills bin ich zugegebenermaßen etwas neidisch als einige der Jungs, wie im freien Fall an uns vorbei fliegen. Echt krass aber barfuß und mit Nanuk in 1,5 m Abstand vornweg, keine Chance. Wir machen schön piano.

Irgendwann bekommen wir wieder festen Boden unter die Füße und stehen auf der Staumauer der Aggertalsperre. Als wir den Weg nach unten zum Fuß dieses beeindruckenden Bauwerks antreten, ahne ich bereits, was kommt. Na klar, die Guides führen uns nur hinunter, um uns auf der andern Seite wieder den Hang hochlaufen zu lassen. Super witzig! Der Weg hat sich in jedem Fall gelohnt. Vor einer solch “fetten” Mauer zu stehen hat schon was. Ich glaube genau das wollten die Guides uns zeigen.


Das ist mal ´ne Mauer



...ja Jörg wat is...weiter geht´s

Wir nehmen die Serpentinen.


Die letzten drei Kilometer laufen wir entspannt entlang der Straße zurück zum Parkplatz. Danke für diesen schönen Tag an die Revierguides, das Team vom Trail Magazin und alle, die bei der Organisation mitgewirkt haben.


"Evolution climax"

Ich habe fertig!


Strecke zum Download: