Montag, 15. September 2014

20 Jahre danach - Ausstellung "Vorsicht Mensch"

Zum Gedenken an zwei Limburger Schülerinnen ermordet am 9. Oktober 1994, im Alter von 16 Jahren

Einladung zur Eröffnung der Ausstellung „Vorsicht Mensch! – Kunst macht sichtbar" am 9. Oktober 2014 um 19 Uhr im Foyer der Stadthalle in Westerburg. Mit Stadtbürgermeister Ralf Seekatz MdL.

© Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V - .Foto: Frank Hügle


Informationsbroschüre zur Ausstellung: zum herunterladen im PDF-Format

Bericht: Westerwald-Steig-Etappenlauf, Etappe 5 zum Gedenken an Jasmin und Yvonne


Hintergrund
Im Herbst 1994 werden im Raum Limburg an der Lahn zwei 16-jährige Schülerinnen vermisst. Einige Tage später findet ein Waldarbeiter ihre Leichen in einem Waldstück.

Trotz umfangreicher Ermittlungen kann das Verbrechen zunächst nicht aufgeklärt werden. Erst sieben Jahre später scheint durch eine verbesserte Spurenauswertung (DNA-Analyse) eine weiße Socke den Ermittlern den entscheidenden Hinweis zu liefern.

Quelle: Rhein-Zeitung / Westerwälder Zeitung
Nr. 33, Mittwoch, 9. Februar 2011

Konzept und Idee
Die Karlsruher Künstler Georg Schweitzer und Nadja Stemmer haben dieses Thema gemeinsam mit Johannes Heibel, dem Vorsitzenden der Initiative gegen Gewalt, umgesetzt. Es entstand zunächst ein Kinderspielhaus, auf dem der Brief eines 9-jährigen Mädchens an seine Mutter zu lesen ist, eingefräst in die Holz-Bretter des Häuschens, abgedruckt auf Kinderbett-Matratzen. Das Mädchen war Opfer desselben Täterpaars. Obwohl die Tat im Brief an die Mutter nur kurz erwähnt wird, spiegelt der Kommunikationsversuch großen Mut und Hoffnung wider. Das Kind will in eine intakte Welt zurück. Die Behausung, eine Rückzugsmöglichkeit, ist in dieser Installation dargestellt im Kontext zu einem Gemälde von Caspar David Friedrich, „Das Eismeer (Die gescheiterte Hoffnung)“. Das Holzhaus übernimmt die Rolle des im Gemälde abgebildeten kleinen schwarzen Bootes, eines „Hausboots“. Im Haus selbst erkennt man die Illustration von „Rotkäppchen und der Wolf“. Der Wolf auf der Wandseite der Tat und das Rotkäppchen auf der Wandseite der idealisierten, illusionären Familienidylle. Die Matratzen, auf denen der gesamte Brief und die Illustration abgedruckt sind, übernehmen die Position der Eisschollen im Friedrich-Gemälde.

Die zweite künstlerische Arbeit ist die „Hör-Station“. Auch hier passiert etwas rund ums Haus bzw. im Haus. Der Ausstellungsbesucher hat die Möglichkeit, durch die Wahl eines Klingelknopfes, wie er sich an jedem gewöhnlichen Wohnhaus befindet, eine Original-Stellungnahme der Beteiligten zum oben genannten Fall zu hören. Auf den Außenseiten dieses Gebäudes schreiben Hunderte von Metallnägeln die Worte „Angst“ und „Rache“. Schmerz, Wut und „kleine, geschlagene Köpfe“ versuchen auszudrücken, was längst hätte gesagt werden müssen.

Öffnungszeiten der Ausstellung vom 10. bis zum 19. Oktober 2014
Dienstag bis Sonntag von 11 - 14 Uhr und von 17 - 20 Uhr
Gruppenführungen durch die Ausstellung nach vorheriger Rücksprache mit Veranstalter möglich!
 
Veranstalter
Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V.
Ansprechpartner: Johannes Heibel 
Tel.: 0 26 23 / 68 39 oder 0 171 / 18 69 220 
www.initiative-gegen-gewalt.de

Jugendpflege Westerburg
Ansprechpartner: Joachim Wirth 
Tel.: 0 26 63 / 29 13 40 oder 0 170 / 75 61 286

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen