Freitag, 21. Februar 2014

Team-Nanuk läuft auf den 1. Platz

15. + 16. Januar 2014: Das 33. internationale Schlittenhunderennen in Liebenscheid/Westerwald aus Canicrosser-Perspektive

Damit hatte ich nicht gerechnet! Als ich davon hörte, dass das diesjährige Schlittenhunderennen in Liebenscheid mangels Schnee als Wagenrennen ausgetragen wird und daher auch Läufer in der Rennklasse „Canicross“ starten dürfen, habe ich Nanuk und mich spontan angemeldet.



Unser erstes echtes Schlittenhunderennen! Mit Null Erfahrung in diesem Sport kann man nicht wirklich davon ausgehen, irgendeine Platzierung erreichen zu können.

Nach einem kurzen Musher-Briefing durch Rennleiter Michael Andresen und Andre Bobek am Samstagmorgen war ich mit den wesentlichen Regeln und Infos zum Rennverlauf und den Streckenverhältnissen vertraut.

Team-Nanuk startet in der Rennklasse CC (Canicross mit maximal zwei Samojeden). Wir hatten die Startnummer 1, wir waren das erste Team am ersten Renntag und es war wie gesagt unser erstes Rennen überhaupt. Wie heißt es so treffend? „Nomen est Omen“.

Pünktlich um 10:30 Uhr standen Nanuk und ich aufgeregt und neugierig an der Startlinie und wartetet auf den Count-Down. Bislang sind wir nur Langstrecken gelaufen und da liegt die Herausforderung nicht beim Tempo. Wir trainieren um Laufzeiten von 3-8 Stunden zu überstehen. Genau das Gegenteil eines Sprintrennens.


Kurz vor unserem ersten Lauf


Ich hatte keine Ahnung ob Nanuk intuitiv weiß, dass er an diesem Wochenende schneller laufen muss als sonst. Meine Befürchtung war, dass er in unseren Cross-Country Langstreckenmodus fällt und wir mit einem Tempo von nur 7.00 Minuten pro Kilometer gemütlich über die Strecke schlendern. Aber meine Zweifel waren gänzlich unbegründet. Clever wie mein bester Freund ist, wusste er ganz genau worauf es bei diesem Sport ankommt und wie er laufe muss.

3, 2, 1…Go! Und ab geht die Post. Nanuk zieht direkt gut an und wir kommen auf dem rutschigen Untergrund bestens voran. Die Strecke verlief vom Start weg über eine kurze Steigung, dann direkt links ab durch eine mit Matsch und Wasser gefüllte Wiesensenke die als Gefahrenstelle markiert war. Nach 300 Meter stand mir also bereits das Wasser in den Schuhen.

Die Strecke war insgesamt 5,5 km lang und es gab viel Abwechslung auf dieser kurzen Distanz. Wiesen-, Wald-, und befestigete Wege, eine sehr schöne lange Gerade und ein abschüssiger Zieleinlauf auf dem die Teams noch mal alles geben konnten.
Die Streckenverhältnisse selbst waren durchwachsen. Trockenen Abschnitten folgten großflächige Matschlachen. Egal, Augen zu und durch. Nach dem Lauf kommt alles in die Schlittenhunde-Waschmaschine.

Den ersten Lauf in diesem Rennen finishten wir in einer Zeit von 00:27:02 und gelangten somit insgesamt auf den 2. Rang hinter einem super schnellen Läufer mit einem Schäferhund-Malinois-Mix! „Meinen vollen Respekt für Eure Leistung an dieser Stelle! Da kann man nicht meckern.“


Hey, Hey, Hey...


....und Haaaaaallt




Am zweiten Renntag starteten wir als zweites Team gerade als es zu regnen beginnt. Vorteil eines zweiten Renntags ist, dass man die Strecke kennt und genau weiß ab wann man „die Handbremse“ lösen und alles geben kann. Der Nachteil: Die Streckenverhältnisse sind wesentlich schlechter. Wir wissen den Vorteil für uns zu nutzen und verbessern unsere Laufzeit um 36 Sekunden auf 00:26:26.



Damit belegen wir den 2. Rang unter den Canicrossern. Leider können wir nicht bis zur Siegerehrung bleiben. Michael Andresen bietet mir an, die Übergabe meines Pokals auf Montagabend zu verschieben. Pokal? Wieso Pokal für den 2. Platz? Michael klärt mich auf: „In der Samojeden-Klasse warst du der Einzige, also Pokal!“

Am Montagabend treffe ich mich mit Michael in den Räumlichkeiten der Freiwilligen Feuerwehr Liebenscheid und nehme meinen ersten Pokal überhaupt mit stolzgeschwellter Brust entgegen.

Mein Fazit: Das Schlittenhunderennen in Liebenscheid ist eine tolle Veranstaltung mit langer Tradition. Die Stimmung war trotz des schlechten Wetters sehr gut und man hat gemerkt, dass alle Beteiligten mit Herzblut bei der Sache waren. Danke für dieses schöne Wochenende.


Unser erster Pokal! Stolz!
Linkliste:

Veranstalter: Hessischer Schlittenhunde - Amateursportclub 1982 e. V.
HSSC auf Facebook: HSSC
Bericht im SWR: "Schlittenhunderennen im Westerwald" 
Artikel der Rheinzeitung: "Schlittenhunderennen auch ohne Schnee ein Publikumsmagnet"
Tolle Fotos: Sledogrevue 


Streckenverlauf:



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