Sonntag, 2. Juni 2013

Westerwald-Steig-Etappenlauf: Bericht Etappe 1

05. April 2013: Von Rheinbrohl nach Peterslahr

Endlich, es war soweit! Nach langer Vorbereitung machten wir uns auf den Weg nach Rheinbrohl, dem Startpunkt der ersten Etappe. Es war aber auch der offizielle Start meines Projektes und daher für mich ein ganz besonderer Termin. 


Der Start in Rheinbrohl. Foto mit freundlicher Unterstützung von Heinz-Werner Lamberz,
www.creativ-picture.de


Carmen, mein lieber Freund und Studienkollege Jens sowie zwei unserer Hunde waren mit an Bord. Jens war übrigens der Läufer mit der weitesten Anreise. LÜBECK

In Rheinbrohl wurden wir bereits von zwei weiteren Läufern, Hans-Peter und Johannes sowie von einigen Bekannten erwartet. Sorry, Schutzbär Buli von der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch war natürlich auch dabei.

Meine Erwartungen an den Lauf meines Lebens und an mich selbst waren sehr hoch. Ich hatte sehr viel Zeit in die Vorbereitungen und das Training investiert. Aber trotz meines Ehrgeizes und dem doch sehr ernsten Hintergrund der Aktion war mir eines am Wichtigsten. Es sollte ein schöner Landschaftslauf mit Freuden werden.

v.l.n.r. Johannes, Hans-Peter, Jens und
Jörg mit Nanuk


v.l.n.r. Carmen mit Nico, Hans-Peter, Jens, 
Buli und Jörg mit Nanuk


Freunde und Arbeitskollegen kamen um
uns einen guten Start zu wünschen

Für den ersten Tag hatte ich frühlingshaftes Wetter mit blauem Himmel, Sonnenschein und Temperaturen um die 15 °C "bestellt". Aber da war wohl eher der Wunsch Vater des Gedanken. Obwohl ich die Wetterverhältnisse im Westerwald gut kenne, hatte ich damit nicht gerechnet. Regen und Graupelschauer bei konstanten Temperaturen zwischen 0-3 °C. Das war die Realität.

Trotz des ungemütlichen Wetters war die Stimmung beim Start am Einstieg in den Westerwald-Steig in Rheinbrohl sehr gut. Allzu lange wollten wir uns in den dünnen Laufsachen nicht aufhalten. Nach meiner kurzen offiziellen Ansprache fiel der Startschuss zur ersten der insgesamt 6 Tagesetappen.

Carmen, Jens, Hans-Peter und Johannes begleiteten mich in verschiedenen Konstellationen über die ersten 20 km. Für diesen Tag standen insgesamt 46.5 km und gut 1.800 zu überwindende Höhenmeter auf dem Programm, quasi ein Läufchen zum "Warmwerden". Naja, warm war uns auf jeden Fall....Der erste steile Anstieg von Rhein- auf Westerwaldniveau führte uns über beeindruckende Hohl- und Wurzelwege. 


...sehr schön, Nanuk zieht mich




...steil, steiler, Westerwald-Steig
traumhafte Singletrails






















...wir treffen Wolfgang

Wenige Kilometer nach dem Start stieß noch ein Läufer zu uns. Wolfgang, der über das Internet auf mein Projekt aufmerksam geworden war und dies tatkräftig unterstützt hat. 

Gemeinsam erreichten wir die Reste des Limes. Das heutige UNESCO Welterbe verlief über mehr als 500 km vom Rhein bei Rheinbrohl bis zur Donau und bildete einst die Grenze zwischen dem römischen Imperium und dem freien Germanien. www.roemer-welt.de






...komisch, Nanuk zieht gar nicht mehr.


 



Wolfgang begleitete uns bis auf den knapp 400 hohen Malberg. Die Mühe hatte sich gelohnt. Wir genossen einen fantastischen Ausblick. Danach ging es wieder talwärts bis hinunter zur Wied um uns auf der anderen Seite erneut auf einen der nächsten Gipfel zu kämpfen.















Nach den ersten 10 km wechseln die Läufer. Jens pausiert und Team Nico (Carmen und Nico) kommen hinzu. Hans-Peter und Johannes hatten ihren Rhythmus gefunden und laufen Kilometer um Kilometer.


Team Nico & Team Nanuk

   



Carmen und Nico klingten sich mit Hans-Peter und Johannes am zweiten Versorgungspunkt aus. Ab da ging es erst einmal ein Stück allein weiter. Während des nächsten Teilstücks nutze ich die Gelegenheit der Einsamkeit und blieb immer wieder für eine Augenblick stehen um die Schönheit der Natur und der Landschaft auf mich wirken zu lassen.


Die Quelle...klar und rein 
Nanuk in seinem Element





















Bei Kilometer 30 hatte ich mich mit Andreas und Monika, zwei ehemaligen Arbeitskollegen verabredet. Insbesondere Monika, die als Triathletin bereits zwei erfolgreiche Ironman-Teilnahmen vorweisen kann, ist super fit und brachte noch mal ordentlich Schwung in die müde Truppe. Doch so langsam merkte ich die Höhenmeter in den Beinen und die niedrigen Temperaturen zehrten auch ganz schön. Ach so, Jens hatte als moralische Unterstützung noch mal alle Kräfte mobilisiert und war wieder dabei. 


"Ironman" Monika
Andreas und Monika





















Mittlerweile wartete Frau Anne Lukas bei Kilometer 40 in Peterslahr auf uns. Frau Lukas ist die Erste Beigeordnete des Peterslahrer Ortsbürgermeisters Alois Weißenfels. Wir hatten Peterslahr bewusst als Haltepunkt ausgewählt. Im August 1992 wurde die dreijährige Stefanie Spies in Peterslahr missbraucht und ermordet. Daran wollten wir erinnern! -> Bericht der Rhein Zeitung vom 15.04.2013


Carmen und Frau Lukas vor dem
Kinder- und Jugendschutzmobil
der Initiative  








Mit reichlich Verspätung kamen wir in Peterslahr an. Obwohl ich ziemlich geschafft war, war die Freude über das Erreichen des ersten Etappenziels riesengroß. Wir ließen diesen erlebnisreichen Lauftag mit Carmens guter Verpflegung ausklingen. Dann sehnten  wir uns nur noch einer heißen Dusche und einem großen, kalten Bier.        


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